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Grundstrukturen des Kalten Krieges - Geschichte Leistungskurs 29

Staffel 1, Folge 29 30.05.2024 00:10:35
Fachbegriffe: StellvertreterkriegeBlockbildungBipolaritätund die Propaganda als Mittel der "kalten" Kriegführung

Wie kalt ist der “Kalte Krieg” wirklich? Wir sprechen über:

  • Stellvertreterkriege,

  • Blockbildung,

  • Bipolarität,

  • und die Propaganda als Mittel der “kalten” Kriegführung.

Willkommen bei geschichtslehrer.net. Mit meinem Podcast möchte ich euch dabei helfen, euch fachlich fundierten und unterhaltsam auf Klassenarbeiten und das Abitur im Fach Geschichte vorzubereiten. Wir sprechen heute über die zweite Hälfte des Kapitels Grundstrukturen des Kalten Krieges. Der kalte Krieg, der heißt so, weil man eben nicht schießt, weil die Waffen sozusagen kalt bleiben und nicht abgefeuert werden, man aber trotzdem in einer Art Kriegszustand miteinander sich befindet, vor allem die Sowjetunion mit den USA. Dieser kalte Krieg, der wird so genannt, obwohl es einige Phasen gibt, in denen es dann doch mal ziemlich heiß wird, nicht direkt zwischen den USA und der Sowjetunion, aber in vielerlei Hinsicht dann doch zwischen ihren Stellvertretern.

Stellvertreterkriege

Einer dieser Konflikte, der fast zu einem tatsächlichen heißen Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion hätte führen können, ist die Kuba-Krise 1962, als die Sowjetunion Atomraketen auf Kuba stationieren möchte, dem verbündeten sozialistischen Staat Kuba und die Amerikaner das mitkriegen. Und diese Kuba-Krise, die endet im letzten Moment als der sowjetische Regierungs- oder Parteichef Kurschow, die Atomwaffen auf den Booten abdrehen lässt und damit eine weitere Eskalation verhindert. Aber auch diese Krise führt letztlich nicht in einen heißen Konflikt, aber es gibt heiße Konflikte in dieser Zeit. Einer davon ist der Korea-Krieg, der Konflikt zwischen dem kommunistisch beeinflussten und kommunistisch geprägten Nordkorea und dem von den Amerikanern unterstützten kapitalistischen liberalen Südkorea. Dieser Konflikt, der ist bis heute erkennbar, denn in Korea gibt es bis heute in Nord- und Südkorea zwei getrennte Staaten, die durch eine militärisch gesicherte Demakrationslinie bis heute auch sozusagen sich feindlich gegenüberstehen, bis heute keinen Frieden geschlossen haben. Den stellvertreter Krieg im Vietnam kennt man mit am besten aus der Welt der Filme und der Vietnam-Krieg ist auch einer der am brutalsten geführten stellvertreter Kriege. Denn im Vietnam-Krieg eben auch gibt es einen Konflikt zwischen einer von den USA unterstützten liberalen Seite und einer von der virtuell unterstützten kommunistischen Seite. In Vietnam setzt sich die kommunistische Seite allerdings durch und damit ist der Staat Vietnam im Prinzip dann ein kommunistisch geprägtes Land, das bis heute im Wesentlichen auf den gleichen Grundsätzen des Kommunismus beruht, wie das damals schon der Fall war. Auch Afghanistan ist ein Beispiel für einen solchen stellvertreter Krieg, wobei hier nicht unmittelbar zwischen den USA und der Sowjetunion Seiten finanziert oder gefördert werden, sondern hier werden vor allem die Taliban von Seiten der USA unterstützt, während die Sowjetunion in Afghanistan direkt selbst einmarschiert und dort versucht einen Krieg zu führen. Die Taliban setzen sich in Afghanistan aber im Wesentlichen durch und vertreiben die Sowjetunion und wenige Jahrzehnte später werden die USA versuchen in Afghanistan einen zu marschieren und auch die werden mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt und wenn ihr nicht allzu jung seid, dann habt ihr vielleicht den sehr katastrophalen und peinlichen Abzug der Amerikaner im Jahr 2021 verfolgen können. Wir haben also hier einerseits den Begriff des Kalten Krieges, weil eben zwischen der Sowjetunion und den USA kein heißer Krieg ausbricht. Wir haben auf der anderen Seite aber einen ganz klaren stellvertreter oder ganz klarer stellvertreter Kriege, die heiß geführt werden und damit ist die Frage, ob der Begriff kalter Kriegs so richtig gut passt. In der Forschung wurde immer mal wieder stattdessen der Ost-West-Konflikt vorgeschlagen, weil dieser Ost-West-Konflikt eben stärker das Licht darauf lenkt, dass zwischen eben einem Block im Osten und einem Block im Westen ein dauerhafter langfristiger Konflikt stattfindet, der auch von auf und ab in der Intensität geprägt ist, wohingegen der kalte Krieg so ein bisschen was Statisches dauerhaftes an sich hat. In diesem Sinne ist der Ost-West-Konflikt vielleicht ein treffender Begriff für diesen kalten Krieg, der sich aber nicht bis jetzt nicht durchgesetzt hat, vielleicht einfach, weil der kalte Krieg so griffig und so gut zu merken und zu erklären ist. Wir haben in der Welt im Prinzip eine Bildung von zwei Blöcken und das erkennt man schon in der Folge von 1945, spätestens ab 1949 ganz deutlich.

Blockbildung

In Berlin spricht man vom eisernen Vorhang, der durch Europa geht, der durch Deutschland geht, aber auch in der ganzen Welt kann man das erkennen in Form einer Lagerbildung von zwei Lagern. Die Sowjetunion spricht hier eben ganz dezidiert von der zwei Lagertheorie von einem kapitalistischen Lager geführt von den USA und einem kommunistischen Lager geführt von der Sowjetunion, wohingegen auf der anderen Seite in den USA die Truman Doctrine entsteht, die Truman Doctrine ist nach dem amerikagen Präsident Truman benannt, der das Containment, die Eindämmung der Sowjetunion fordert, der also die Sowjetunion im Grunde isolieren und dann der weiteren Ausbreitung in Europa hindern will. Diese Entstehung dieser beiden Lager, die nennt man eben heute die Blockbildung und sie verhärtet immer mehr die Fronten, weil man natürlich auch andere Staaten, mit denen man zum Beispiel Handelsbeziehungen pflegt, dazu nötigt, sich klar zum eigenen Lager zu bekennen und wenn man sich dann klar zum Beispiel zum Lager der liberalen Staaten des Kapitalismus bekennt, dann ist man auch eben für die kommunistischen Staaten unten durch, dann wird mit denen nicht mehr gehandelt und so entsteht da eine immer stärkere Verhärtung dieser beiden Fronten. Das Ganze wird auch in Form von militärischen Bündnissen sozusagen weitergefestigt, sonst hat 49 Gründen die Staaten im Westen, die NATO, die North Atlantic Treaty Organization, sozusagen der Nordatlantik Pakt und 1955 regiert darauf der Ostblock mit der Gründung des Warschauer Pacts, eines mehr etäer Bündnisses unter sowjetischer Führung und damit haben wir im Prinzip alle Zutaten für den sogenannten kalten Krieg oder für den Ost-West-Konflikt parat. Die entstehende Welt, die ist eine, die in zwei große Machtblöcke, die sich direkt gegenüberstehen, geteilt ist und diese Teilung der Welt in diese zwei Blöcke, die nennt man die

Bipolarität

Bipolarität der Welt, B, kennt man eben aus dem griechischen, Bies ist zwei und Polarität ist eben diese zwei Seiten sozusagen, die das Ganze hat und Bipolarität bezeichnet dann eben diese Gegensätzlichkeit der Welt in zwei ganz stark aufeinander fixierten, einander belauernen Machtblöcken.

Dieser Krieg, der nicht mit heißen Waffen geführt werden kann, der wird dann mit anderen Waffen geführten. Eine der wichtigsten Waffen in diesem Kontext ist die Propaganda, die ersetzt sozusagen die klassischen Kriegswaffen und ist dann ein Versuch, die Überlegenheit des eigenen Systems zu vermitteln.

und die Propaganda als Mittel der “kalten” Kriegführung

Das heißt, die USA, genauso wie diese Wettungen, versuchen über Propagandamitte den Menschen in der Welt und auch ihrem eigenen Staat insbesondere zu zeigen, dass das eigene System überlegen ist gegenüber dem anderen. Dabei geht es also darum, zum einen den eigenen Leuten zu zeigen, dass sie im richtigen Land leben und sich dafür die richtige Sache anstrengen und zum anderen geht es aber auch darum, die andere Seite zu demoralisieren oder zumindest scharf auf das eigene System zu machen, um das dortige System zu destabilisieren. Das lässt sich an zwei Bereichen gut ablesen. Eines davon, einer dieser beiden Bereiche ist Berlin, denn diese Stadt ist ja geteilt, ist aber so geteilt, zumindest bis in die 60er Jahre, dass ja keine physische Grenze existiert, die so direkt die Leute davon abhält zu sehen, was auf der anderen Seite los ist. Das heißt, da können Westberliner nach Osten und umgekehrt laufen und auf diese Art kann ich mir angucken, was im anderen System dann so zu finden ist. Das heißt, hier habe ich quasi ein Schaufenster der beiden Systeme, die sich gegenseitig versuchen zu präsentieren. Das ist auch ein Grund, warum die Sowjetunion in Berlin immer vergleichsweise gründlich investiert hat und dass Berlin immer ein bisschen besser ging als vielen anderen Staaten im Hinterland oder vielen anderen Städten im Hinterland, eben weil Berlin so direkt sichtbar war aus westeuropäischer Perspektive und deswegen man dort ein bisschen mehr Geld reingesteckt hat, damit es sozusagen ein gutes Bild für den Sozialismus abwirft. An zweites Schaufenster dieser Propaganda ist das Raumfahrtprogramm. Die USA, wie auch die Sowjetunion, die arbeiten in den 1960er-70er-Jahren intensiv an Raumfahrprogrammen, um eben die ersten Menschen jetzt allzu bekommen und die ersten Menschen auf den Mond zu bekommen und während die Sowjetunion mit dem ersten Mensch im All Erfolg hat, das ist Yuri Gagarin, hat die USA, haben die USA, erfolgt damit die ersten Menschen auf den Mond zu bringen und da kennen wir eben diese Mondlandungen von Neil Armstrong und Buzz Aldrin insbesondere. Dieser Ersatz des Krieges durch Propaganda, der wirkt auf den ersten Blick natürlich wie etwas Positives, ist aber umgekehrt natürlich einfach nur eine Fortführung des Krieges mit anderen Mitteln, wenn man so will, denn letztlich ist hier ja auch das Ziel, den jeweiligen ideologischen Gegner zu diskreditieren, schlechter aussehen zu lassen und in den Augen der ganzen Welt das eigene System als das Überlegende darzustellen. Wir haben heute über die Begriffe Kalterkrieg, Stellvertreterkrieg, Blockbildung, Bipolarität und Propaganda gesprochen. Diese Begriffe sind Teil des Bildungsplans für das dritte Halbjahr im Fachgeschichte in Baden-Württemberg. Ich unterrichte selbst in Baden-Württemberg Geschichte und deswegen stütze ich mich auf diesen Bildungsplan, aber die meisten Bildungspläne sind sehr ähnlich. Trotzdem werft, wenn ihr, wenn ein anderer Bundesland lebt, einen Blick in euren eigenen Bildungsplan, damit ihr keine Kernbegriffe verpasst, die ihr vielleicht für eine Prüfung können müsstet. Wenn euch die Folge geholfen oder gefallen hat, dann lasst gerne ein Abo da, kommentiert und abonniert den Podcast, teilt ihn mit Freunden und Bekannten, die sich auch auf Klassen arbeiten oder das Abitur vorbereiten. Mir macht es großen Spaß zu sehen, wenn ihr die Podcasts hört und ihr euch gefallen. Das ist für mich eine große Motivation. Ich danke euch fürs Zuhören und bleib mit Träumen.