Die Nachkriegsordnung der Siegermächte - Geschichte Leistungskurs 30
Wie organisieren die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges den Wiederaufbau der zerstörten Staaten in Europa? Wir sprechen über:
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den eisernen Vorhang,
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parlamentarische Demokratie und Volksdemokratie,
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Marktwirtschaft und Zentralverwaltungswirtschaft,
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Blockbildung,
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Marshallplan
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und die Frage der Legitimität dieser neuen staatlichen Ordnungen in Europa.
Willkommen bei Geschichtslehrer.net. Mit meinem Podcast möchte ich euch dabei helfen, euch verständlich und kurzweilig auf Klassenarbeiten und das Abitur im Fachgeschichte vorzubereiten. Der Zweite Weltkrieg ist vorbei. 1945 endet im Grunde der Eroberungsfeldzug der Nationalsozialisten und in Europa stehen die Armeen und die Menschen an Orten, an denen sie vorher nicht waren und alles ist ein bisschen unübersichtlich. In diesem Augenblick treffen sich die Rote Armee der Sowjetunion und die Armeen der Westmächte, vor allem Großbritanniens, der USA und Frankreichs, an einer Demokationslinie quer durch Europa und insbesondere auch durch Deutschland. Und diese Demokationslinie, das ist dann der Ort, an dem sie im Grunde stehen bleiben. Und diese Linie, die wird mit der Zeit immer fester, denn die ehemaligen Verbündeten, die entfremden sich ganz rapide voneinander, der gemeinsame Feind ist, besiegt und jetzt wird wieder ganz offensichtbar, wie unterschiedlich die Systeme sind. Und in kürzester Zeit entwickelt sich aus dieser zunehmenden Anti-Haltung der beiden Blöcke gegeneinander eben eine immer verschärftere gegensätzliche Haltung einer Opposition zwischen den beiden Blöcken.
den eisernen Vorhang
Und diese beiden Blöcke sind eben getrennt von dem sogenannten eisernen Vorhang, der genau an dieser Demokationslinie zwischen den Armeen oder zwischen den Orten, an denen die Armeen der jeweiligen Blöcke standen, sichtbar wird. Die sichtbarste Variante dieses sogenannten eisernen Vorhangs, das ist natürlich die Mauer zwischen der DDR und der BRD. Denn diese Mauer, die trennt ja ganz physisch die beiden Seiten dieses sogenannten eisernen Vorhangs, den es natürlich eigentlich in der Form nicht gibt. Der war ja auch nie aus Eisen. Aber dieser Begriff, der soll eben diese Schärfe der Trennung zwischen den beiden Blöcken, den liberalen Demokratien im Westen und den sozialistischen Staaten im Osten symbolisieren.
parlamentarische Demokratie und Volksdemokratie
Was haben wir da im Westen für ein System? Wir haben ein System, das politisch zunächst mal auf der parlamentarischen Demokratie aufsetzen. Das liegt natürlich vor allem daran, dass die Siegermächte, die im Westen stehen, eben die USA, Großbritannien, Frankreich, eben auch eine parlamentarische Demokratie selbst besitzen und die auch dann weiter verbreiten und in den Staaten, die sie im Zweiten Weltkrieg unter ihre Kontrolle gebracht haben, dann eben auch dort installieren, weil sie dieses System für das beste halten. Dieses System der parlamentarischen Demokratie, die heißt ja schon so, ist eine Demokratie, in der das Parlament gewählt wird und das dann die wesentliche Regierungsarbeit, die Gesetzgebung usw. kontrolliert. Wir haben also im Grunde das System, das wir heute noch in Deutschland kennen. Dieses System ist gekennzeichnet vor allem durch freie Wahlen, durch Parlamentarismus, aber auch durch Pluralismus, also durch die ausdrückliche Erlaubnis und auch das Erwünschtsein von abweichenden unterschiedlichen Meinungen. Deswegen gibt es da zum Beispiel ein Mehrparteien-System, in dem sich unterschiedlichste politische Richtungen gegenseitig bekämpfen und für sich werben können. Und wir haben auch eine Gewaltenteilung in der Regierung oder in der Regierungsarbeit, also eine Gewaltenteilung, die dazu führt, dass eben die Regierung wiederum von anderen Gewalten noch kontrolliert werden kann. Das ist dieses klassische Muster von Legislative, Exekutive und Judikative, wobei ich behaupten würde, dass der Begriff Gewaltenteilung schwierig ist. Eigentlich kann man eher von einer Gewaltenverschränkung sprechen, da die Gewalten untereinander ja doch Berührungspunkte haben. Das lässt sich auch gar nicht ausschalten. Auf der anderen Seite des sogenannten eisernen Vorhangs haben wir eben die sozialistischen Systeme mit der sogenannten Volksdemokratie. Dieser Begriff, der suggeriert natürlich da ein demokratisches Verständnis und dieses demokratische Verständnis, das haben die sozialistischen Staaten auch von sich selbst. Die halten sich für die demokratischen Staaten, die es gibt. Aber anders als in der parlamentarischen Demokratie ist eine Volksdemokratie immer ein Einparteiensystem, in dem also eine einzelne, in der Regel eben kommunistisch-sozialistische Kaderpartei existiert, mit einer ganz klar hierarchischen Struktur. Und dadurch sind also freie Wahlen von vornherein eigentlich ausgeschlossen. Gewählt wird nur innerhalb dieser einen Partei der jeweilige Kandidat. Und das hat natürlich ideologische Gründe. Im Grunde ist der Kommunismus ja ganz grundsätzlich von der Idee ausgehend, dass man innerhalb der kommunistischen Partei sich die richtigen Leute ausbildet und die dann ein sozusagen kommunistisches Weltbild mitbringen. Und aus denen kann man dann verschiedene Strömungen auswählen. Das ist das Verständnis von Demokratie in diesen sogenannten Volksdemokratien. Aber faktisch ist es natürlich so, dass dadurch immer letztlich eine, in Anführungszeichen, Einheitsmeinung der Partei nur gewählt werden kann in leicht unterschiedlichen Facetten. Aber eben nicht ein ganz erheblich anderes politisches System oder so. Diese sogenannten Volksdemokratien, das sind zum Beispiel natürlich die DDR, aber auch das sozialistische Polen, Tschechien, Ungarn und natürlich die alle wiederum hängen wie Marionetten, kann man fast sagen, an der Sowjetunion, deren kommunistische Partei über all diese kommunistischen Parteien in den Satellitenstaaten, in den Marionettenstaaten ein Stück weit die Kontrolle aufrechterhält. Das heißt, letzten Endes sind diese Staaten keine richtig souveränen Staaten, sondern die sind alle mittelbar unter der Kontrolle der Sowjetunion enger mal weiter. Aber im Grunde kann man das so sagen, dass die alle nicht selbstständig agieren können.
Marktwirtschaft und Zentralverwaltungswirtschaft
In wirtschaftlicher Hinsicht haben wir auch einen ganz radikalen Unterschied zwischen dem Ost und dem Westblock. Wir haben im Westen eine klassische Marktwirtschaft, wenn auch natürlich zum Teil eine soziale, wenn man da insbesondere in Deutschland guckt, die sogenannte soziale Marktwirtschaft, das Wirtschaftsminister Erhardt, die ist ein Stück weit natürlich ein abweichendes Modell, aber eigentlich ist es eben auch eine marktwirtschaftliche Ordnung. Das heißt, in diesen marktwirtschaftlich orientierten Staaten, da ist das Privateigentum der Normalfall. Die Leute können was besitzen, das darf Ihnen auch der Staat nicht wegnehmen unter normalen Umständen. Und es gibt eben auch das Unternehmertum, das heißt die Erlaubnis für jeden Einzelnen, einen Unternehmen zu gründen und damit zu versuchen, reich und berühmt zu werden oder was immer man für Ziele damit hat. Das heißt, Wirtschaft funktioniert in erster Linie dort so, dass der Einzelne das produziert, was andere Leute kaufen wollen, Angebote und Nachfrage, das klassische Wirtschaftssystem. Und dieser Wettbewerb der Anbieter, der soll dann eben dazu führen, dass die Anbieter sich gegenseitig oder sich selbst immer weiter verbessern, um gegen die anderen Wettbewerber standhalten zu können wirtschaftlich. Und dieses System, das ist letztlich eben ein klassisch marktwirtschaftliches System, wie das schon seit der Industrialisierung kennen. Der Staat hat in diesem System eher so eine Vermittlerrolle. Das heißt, er sorgt dafür, dass wirtschaftliche Schwachgeschichten nicht völlig abgehängt werden. Er sorgt dafür, dass Bildung fair verteilt wird, unabhängig vom Einkommen der Eltern oder er soll zum Minister versorgen. Der Staat hat auch so eine Funktion, den Tarifstrei zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, um Bezahlungen zu vermitteln. Aber der Staat ist eben nicht der Lenker der Wirtschaft, der entscheidet, was gekauft werden soll und was produziert werden soll. Der Staat tut nicht so als Wüste, was die Leute kaufen wollen. Und das ist der Kernunterschied zur Zentralverwaltungswirtschaft, die in den sozialistischen Staaten stattfindet. Denn hier ist der Staat eben in der Rolle dessen, der genau weiß, was die Leute brauchen oder was der Staat braucht und deswegen Planwirtschaft betreiben kann. Das heißt, in den sozialistischen Staaten bestimmt der Staat oder bestimmt die Partei in der Regel, was von den Firmen zu produzieren ist, in welcher Menge, wie viele Arbeiter man dafür braucht und so weiter. Die komplette Wirtschaft wird im Grunde voraus berechnet und auf dieser Basis wird dann Wirtschaft betrieben. Das bedeutet, Unternehmen dürfen eben nicht frei entscheiden, sondern werden in vielen Fällen verstaatlicht. Oder im Fall der Landwirtschaft spricht man häufig von Kollektivierungen, die werden also sozusagen zu so Großunternehmen so so agrarischen zusammengefasst, die dem Staat gehören und wo die Bauern, die dann da arbeiten, sich selbst verwalten in Form von so einer Kolchose. Inwiefern das wirklich eine Selbstverwaltung ist oder inwiefern das doch auch wieder von der Partei von oben dirigiert wird. Das ist dann eine andere Frage, aber der Punkt ist eben, dass das Privateigentum im Wesentlichen abgeschafft ist. Das ist ja einer der Kerngedanken des Kommunismus. Denn der Kommunismus geht ja davon aus, dass die große Ungerechtigkeit unserer Zeit darin besteht, dass einige wenige Leute all das besitzen, womit man Geld verdienen kann, Fabriken und so weiter. Und wenn man das verhindern will, dann verstaatlicht man eben Unternehmen und gibt diese Unternehmen dann eben in die Obhut der Arbeiter selbst und lässt von denen verwalten. Das ist im Grunde der großen Unterschied zwischen der Zentralverwaltungswirtschaft und der Marktwirtschaft. Nur dass diese Unternehmen eben nicht für den eigenen Profit arbeiten, sondern eben wieder vom Staat gelenkte Ziele erreichen müssen. Dieses planwirtschaftliche Vorgehen, das hat eigentlich in der Geschichte der Sowjetunion, wie auch der DDR, wirtschaftlich wenig Erfolg gezeitigt. Das ist für militärische Zwecke zum Beispiel etwas, was durchaus funktionieren kann. Aber für privatwirtschaftliche Zwecke hat das eigentlich in allen Fällen im großen und ganzen Versag, kann man sagen. Stalin hat schon 1930er Jahre damit verbracht, 5-Jahrespläne zu entwerfen und zu versuchen, darüber Wirtschaft zu organisieren und hat dabei Lebensmittelkrisen ausgelöst, die Millionen von Menschen das Leben gekostet haben. Also diese Zentralverwaltungswirtschaft, die ist historisch gesehen jetzt, wenn man das bewerten möchte, eher fraglich in ihrer historischen Rolle und in ihrem historischen Erfolg.
Blockbildung
Diese Auseinanderentwicklung zwischen den Staaten, die von der Sowjetunion nun kontrolliert werden nach dem Zweiten Weltkrieg und den Staaten, die vom Westen kontrolliert werden. Diese Trennung, die nennt man auch Blockbildung. Denn in diesem Zuge, in dem da neue Wirtschaftssysteme, neue politische Systeme installiert werden, dadurch wird es immer stärker festgeschrieben, in welchem Block der jeweilige Staat sich orientiert. Denn das vormt natürlich auch den Alltag der Menschen, vormt das Leben in dem Land, vormt die wirtschaftlichen Vorstellungen der Menschen. Und man wird sich dadurch immer fremder inzwischen Ost und West. Der eiserne Vorhang wird sozusagen immer eiserner, wenn man so will. Und diese Blockbildung auf der Basis der Nachkriegsordnung und der Frontlinien nach dem Zweiten Weltkrieg, die führt dann auch zur Bildung von Bündnissen, von Allianzen im Osten und dem Westen, die auch in Erster Linie gegeneinander gerichtet sind. Der Westen gründet die NATO, die North Atlantic Treaty Organization, also ein nordatlantisches Verteidigungsbündnis, wenn man so will, zwischen den USA und Westeuropa, unter der Führung der USA, die immer die größte Militärmacht in diesem Bündnis stellen. Und der Osten gründet den Warschauer Pakt natürlich wiederum unter sowjetischer Führung, denn die stellen dort das größte Militärpotenzial. Und diese beiden Verteidigungsbündnisse, die starren sich im Prinzip gegenseitig an, jederzeit in der Bereitschaft, den anderen anzugreifen oder zurückzuschlagen, falls der Angriffe. Und diese Form der Blockbildung, die zeigt eben ganz besonders die Gefährlichkeit dieses kalten Krieges, in der wir nur zwei Player haben oder zwei Gruppen von Playern haben, die sich direkt diametral gegenüberstehen und die auch in vieler Dahinsicht nicht so viel miteinander zu tun haben, weil sie nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich sehr stark voneinander abgeschottet sind. Im Grunde handelt die Sowjetunion so gut, so weit sie kann, nur mit den Staaten, die sie als sozialistische Bruderstaaten ansieht, eben ihren, man kann sagen Marionettenstaaten, während im Westen wiederum versucht werden, möglichst nichts im Osten einzukaufen, weil man da eben ideologische, aber auch natürlich auch andere Vorbehalte hat. Trotzdem gibt es wirtschaftliche Verflechtungen zwischen den beiden Blöcken. Zum Beispiel unterstützt die BRD, Westdeutschland, die DDR, Ostdeutschland mit ganz erheblichen finanziellen Hilfen. Es gibt sogar Behauptungen, dass diese finanziellen Hilfen, die die DDR von der BRD bekommen, eine stückweite Abhängigkeit erzeugt hätten, die nachher auch zum Fall der DDR und der Sowjetunion geführt haben könnten. Das ist nicht sicher, aber im Grunde ist das ein Beispiel dafür, dass eben diese Blöcke nicht vollkommen voneinander abgeschottet sind in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern dadurch aus auch Gelder und Waren hier und da mal fließen.
Marshallplan
Einer der zentralen Mythen über die Nachkriegszeit ist der sogenannte Marshall Plan. Der Marshall Plan ist ein Hilfsprogramm der USA, um durch großzügige Finanzhilfen westeuropäischen Staaten beim Wiederaufbau zu helfen, in Folge des Zweiten Weltkriegs. Und dieser Marshall Plan, der ist ausdrücklich nicht auf liberale Demokratien beschränkt, sondern es dürfen auch andere Staaten da mitmachen, aber die Sowjetunion, die verhindert natürlich, dass ihre in der Entführungszeit einen sozialistischen Bruderstaaten, ihre Marionettenstaaten das tun, weil das natürlich dem sozusagen dem ideologischen Gegner ein Bonus an Legitimität geben würde und das will man ja nicht. Und umgekehrt ist genau, dass der Plan hinter dem Marshall Plan, denn die Idee ist nicht nur aus Menschenliebe jetzt hier den Menschen in Westeuropa dabei zu helfen, ihre Wirtschaft wieder aufzubauen, sondern das eigentliche Ziel ist, in den Staaten, die in Westeuropa jetzt demokratisch neu organisiert werden, auch einen wirtschaftlichen Erfolg herbeizuführen, der dann selbst dazu beiträgt, dass die Menschen diese demokratische Ordnung besser akzeptieren. Denn wenn es mir wirtschaftlich gut geht, dann geht es mir insgesamt in der Regel ganz gut. Und dann kann ich davon schließen, dass das daran liegt, dass ich in einem demokratischen System lebe und dann arrangiere ich mich vielleicht auch besser mit dem neuen System. Das heißt, der Marshall Plan, der verfolgt ganz gezielt diese Idee, dass man die Menschen sozusagen durch wirtschaftlichen Erfolg ködert. Das ist uns durchaus bekannt, das hat schon Adolf Hitler so gemacht. Der Versuch, die Arbeitslosigkeit in Deutschland durch massive Staatsausgaben zu drücken, ist ja auch nichts anderes als ein Versuch, die Menschen durch wirtschaftlichen, wirtschaftlichen Erfolg für das neue System zu gewinnen. Und so ähnlich funktioniert der Marshall Plan, nur dass der eben für eine liberale Demokratie wirbt letzten Endes. Und der Marshall Plan ist auch in Westeuropa ein durchaus erfolgreiches Projekt, bis heute eigentlich hält sich diese Erzählung auch von dem Erfolg des Marshall Plans beim Wiederaufbau und beim sogenannten Wirtschaftswunder, wobei man das in große Anführungszeichen setzen muss, weil ja eben das Wort Wunder an der Stelle fraglich ist. Es ist ja doch der Marshall Plan da, der dabei sehr stark hilft. Und man kann schon sagen, dass der in diesem Sinne sein Ziel erreicht hat.
und die Frage der Legitimität dieser neuen staatlichen Ordnungen in Europa
Nun könnte man ja argumentieren, dass die Staaten, die im Zweiten Weltkrieg gewonnen haben, diese Siegerstaaten, vor allem die Sowjetunion und die USA, im Grunde in Europa ihr System verbreiten wollten, im Grunde da so eine Art Eroberungsfeldzug auf wirtschaftlich politische Weise durchgeführt haben und am Ende des Zweiten Weltkriegs diese eroberten Territorien quasi dadurch unter ihre Fuchtel gezwungen hätten. Das kann man durchaus ein Stück weit so nachvollziehen, wenn man das zum Beispiel für die Sowjetunion durchspielt, dann wird da ja ein relativ illiberales System, das immer von Moskau abhängig bleibt, von der kommunistischen Partei der Sowjetunion abhängig bleibt, installiert und auch durch Gewalt dann immer wieder reforziert. Wenn man zum Beispiel sich anschaut, dass im Prager Frühling ein Aufstand gegen die kommunistische Herrschaft von breiten Bevölkerungsmaßen mit sowjetischen Panzern dann niedergeschlagen wird, dann sieht man da schon ganz klar, dass das ein nicht freies System ist, dass das ein System ist, das eben immer noch von einer Siegermacht des Zweiten Weltkriegs mit Gewalt am Leben gehalten wird. Das lässt sich für Westeuropa in der Form selbstverständlich nicht sagen, denn diese liberalen Demokratien, die haben ja eben gerade keinen erheblichen Einfluss aus dem Westen, die können im Wesentlichen ihre eigene Politik machen oder sagen wir zumindest die werden immer selbstständiger. In der RAA-Nauer gibt es einige Beispiele für Momente, in denen RAA aus protokollarischen Gründen sozusagen niedriger gestellt werden soll als die Kommissare der Besatzungsmächte, der sich dagegen dann auch wehrt. Da gibt es eine ganz berühmte Foto von RAA, wo er auf so einem Teppich drauf steht, auf dem man eigentlich hätte stehen dürfen und sowas. Und diese langsamen Schritte hin zu immer mehr Souveränität, die sind in Westeuropa dann relativ schnell auch darin gemündet, dass man im Grunde dann da selbstständige Staaten hatte. Und spätestens mit den 2 plus 4 Verträgen aus den 1990ern ist das Thema für Deutschland natürlich absolut erledigt, denn dann ist Deutschland endgültig wieder ein souveräner Staat, der keinerlei Kontrolle durch die Siegermächter des Zweiten Weltkriegs mehr unterliegt. Ist damit also die Schaffung von liberalen Demokratien in Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg eine vollkommen legitime Aktion gewesen? Das kann man sich schon fragen, weil man ja die Bevölkerung vorher nicht groß gefragt hat, sondern man hat ja im Grunde ein Stück weit von oben herab bestimmte Regeln vorgegeben, die dann nachher auch in das Grundgesetz münden. Aber nichts ist so trotz des seine Staatsform, die in erheblichem Maß die Freiheit der Menschen in dem Staat gewährleistet und von daher natürlich eben nicht vergleichbar ist mit einer so diktatorischen Staatsform, wie wir sie in Osteuropa in den sogenannten Volksdemokratien antreffen. Wir haben heute über die Herausbildung der Nachkriegsordnung liberaldemokratische Staaten und sozialistische Staaten gesprochen. Über den Begriff eiserner Vorhang parlamentarische Demokratie und Volksdemokratie haben wir die Marktwirtschaft von der Zentralverwaltungswirtschaft unterschieden über die Begriffe Blockbildung und über den Marschellplan gesprochen. Diese Begriffe sind Teil des Bildungsplans für das dritte Halbjahr der Kursstufe in Geschichte. Bitte denkt daran, dass ich dabei immer den Bildungsplan von Baden-Württemberg vor Augen habe, weil ich da selbst Geschichte unterrichte. Die Bildungspläne sind sich in Deutschlands Wahler ähnlich, aber wenn ihr in einem anderen Bundesland lernt, dann werft zur Sicherheit einen Blick auf euren eigenen Bildungsplan, damit ihr nichts verpasst. Wenn euch die Folge geholfen oder gefallen hat, lasst gerne ein Kommentar da, abonniert den Podcast, teilt ihn mit Freunden und Bekannten. Für mich ist jeder Hörer eine große Motivation. Ich freue mich darüber sehr, danke euch fürs Zuhören und bleibt mit treu.