Die Kuba-Krise - Geschichte Leistungskurs 34
In dieser Folge besprechen wir
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Putsch,
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Militärdiktatur,
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Revolution und
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die Kuba-Krise.
die Kuba-Krise
Den Kalten Krieg, den nennt man Kalt, weil er eben ohne Waffengewalt abgelaufen sein soll, weil sich die großen Supermacht USA und Sowjetunion die meiste Zeit nur bedrohlich gegenüberstehen, zumindest in der Theorie. Eines der berühmtesten Beispiele und einer der Momente neben der Kalte Krieg kulminiert ist die Kuba-Krise und über die unterhalten wir uns heute näher.
Kuba ist eine kleine Insel im Hinterhof der USA und eigentlich geopolitisch völlig unbedeutend, aber das ändert sich 1960. Aber um das zu verstehen, müssen wir erst ein kleines Stück zurückgehen. Im 19. Jahrhundert etabliert sich in den USA die sogenannte Monroe Doctrine benannt nach dem damaligen Politiker Monroe und die Idee ist, dass die USA sich geopolitisch auf Amerika konzentrieren sollen, dass also die USA mit den Konflikten in Europa nichts mehr zu tun haben will, sich da auch nicht einmischen will und stattdessen betrachten die USA nun die Gebiete Mittel und Südamerikas sozusagen als ihren Hinterhof, der sie was angeht und auch die anderen wiederum nicht mehr. Das heißt, auf der einen Seite möchte die USA das europäische Großmächte sich nicht mehr in Amerika breit machen, dass also keine kolonialen Bestrebungen mehr stattfinden. Möchte auch die Kolonialmächte eigentlich da aus dem amerikanischen Raum vertreiben und auf der anderen Seite möchte man sich nicht mehr in die europäische Politik einmischen. Das hat zur Folge, dass natürlich verschiedene Orte in Südamerika und Mittelamerika, die noch kolonial beherrscht werden, aus Sicht der USA, da mittelfristig von freigemacht werden sollten, damit da eben der eigene Einfluss der Wichtigste wird. Und so kommt es 1902 zur Unabhängigkeit Kubas nach einem Befreiungskampf sozusagen gegen die spanische Kolonialmacht und dabei unterstützen die USA eben auch die kubanische Unabhängigkeit. Das heißt schon im Jahr 1902 mit der Unabhängigkeit Kubas mischen die USA in der Politik dieser Insel direkt mit. Und diese US-Unterstützung wird politisch und geschichtlich noch wichtig werden. Kuba bleibt die nächsten 30 Jahre ein kleiner unabhängiger Staat, der eng mit den USA verflochten ist, der vor allem auch wirtschaftlich eng mit den USA verflochten ist. US-Unternehmen beherrschen große Teile der kubanischen Wirtschaft und investieren dort eben auch. Und so kommt es 1929 in der Weltwirtschaftskrise aufgrund der engen Verwebung der kubanischen Wirtschaft mit der USA auch auf Kuba zu ganz erheblichen wirtschaftlichen Problemen, zu Arbeitslosigkeit in großen Massen und zu Armut. Und diese Phase der Weltwirtschaftskrise, die treibt dann einen Politiker an die Macht. Das ist Batista, ein Revolutionär aus der Unterschicht, der sich an die Macht bringt durch eine Revolution und auch wiederum in Unterstützung der USA. Und er bringt eine liberale Verfassung, er bringt Sozialreform und in Grunde genommen ist es eine Phase der politischen Stabilität unter diesem Herrscher Batista. Im Grunde haben wir hier auch eine demokratische Verfassung, die etabliert wird, also eigentlich stehen die Zeichen für Kuba sehr positiv. Es gibt weiterhin gewisse soziale Probleme, es gibt ein hohes Maß an Korruption im Land, es gibt mafiöse Strukturen, es gibt organisierte Kriminalität und eine erhebliche soziale Ungleichheit. Aber zunächst mal haben wir hier eine politisch stabile Lage, im Jahr 1933 bis ungefähr 37. Batista tritt dann ab, verschwindet, kann man nicht sagen von der politischen Bildfläche, aber ist zumindest nur ein Politiker unter vielen. Bis 1952, im Zusammenhang mit einer Reformpolitik der Opposition, die droht die Wahlen zu gewinnen, sich erneut an die Macht putzt.
Putsch
Militärdiktatur
Ein Putz ist eine gewaltsame Machtübernahme in der Regel durch das Militär. Das heißt, da wird versucht, die Demokratie zu stürzen. Das heißt, die demokratisch gewählten Vertreter, die werden von Militärs abgesetzt und durch Waffengewalt eben unterdrückt. Und dieser Putz Batista führt dann in eine Militärdiktatur, also eine autoritäre Diktatur, die vom Militär kontrolliert wird und die keinerlei demokratische Legitimation durchwahlen oder so ähnlich erfährt. Und diese Militärdiktatur unter Batista ist eine, die man könnte sagen bürgerlich konservativ gestrickt ist von ihren Werten her. Und in diesem Sinne, die soziale Ungleichheit auf der Insel natürlich nicht löst und auch nicht gar nicht zu lösen versucht in dem Sinne. Und so kommt es, dass nach Batistas Putz von 1952 sich Widerstand regt. Und Batista lässt die Opposition ziemlich brutal niederschlagen unterdrücken. Aber Fidel Castro, einen Rechtsanwalt kubanischer Herkunft, der wehrt sich dagegen, der wird auch eingesperrt, wird dann exiliert. Und am 26. Juli 1953 gibt es einen Angriff auf die sogenannte Moncada Kaserne, der mythologische Beginn der kubanischen Revolution, zumindest wird das in der einschlägigen Geschichtsschreibung in Kuba heute so propagiert. Das heißt, dieser 26. Juli 1953, der gilt als der Auftakt der kubanischen Revolution für in Anführungszeichen Unabhängigkeit, für Gerechtigkeit und so weiter, da wird natürlich ganz viel Propaganda betrieben. Denn dort ist ja die kommunistische Herrschaft, die mit Fidel Castro beginnt, bis heute präsent, die gibt es ja bis heute und die ist auch bis heute nicht aufgearbeitet oder so, weil ja dieselben Partei dieselbe Gruppe immer noch an der Macht sind. Fidel Castro scheitert allerdings eigentlich mit diesem Angriff am 26. Juli 1953 auf die Kaserne. Er wird festgenommen, wird exiliert und kehrt erst 1956 zurück. Dann nimmt er einen mit, der heißt Che Guevara und den kennt man heute von vielen T-Shirts, der ist in der Popkultur des Westens sehr stark angekommen. Und Che Guevara und Fidel Castro kämpfen dann gemeinsam in einem Guerilla-Krieg, das heißt, durch eine Taktik des Zuschlagens und dann ganz schnellen Verschwindens gegen Batista und seine Militär runter. Und 1959 gelingt ihnen dann spektakulär der Sieg. Kastros Truppen können Havana erobern und Batista flieht und damit ist im Grunde die Militärdiktatur Batistas am Ende und viele Kastros Che Guevara können auf Kuba nun ein Regierungsprogramm starten. Sie kommen an die Macht und sie beginnen mit einer sozialistischen Umgestaltung Kubas. Nun haben wir schon gehört, Fidel Castro und Che Guevara sind Sozialisten und Sozialismus ist etwas, was in den USA zu dieser Zeit ein besonders problematisches Thema ist. Denn der große Feind auf dem Globus, das ist ja die Sowjetunion, das ist ja im Grunde der Sozialismus. Wir befinden uns hier in einer Zeit, in der die Panik vor den Kommunisten, die Red Scare auf ihrem Höhepunkt ist. Und der Gedanke, dass nun im Hinterhof der USA ein sozialistisches Land entsteht, 1959 auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, das ist etwas, was für die amerikanische Politik vollkommen inakzeptabel ist. Insbesondere provoziert die Regierung unter Fidel Castro auch die USA, indem sie eben Enteignungen durchführt, analog zur Sowjetunion und vor allem US-Unternehmen sind davon in hohem Maße getroffen, die ja über Jahrzehnte in Kuba große Investitionen getätigt haben und die große Teile der kubanischen Wirtschaft beherrschen. Das heißt, hier geht es direkt gegen Interessen von US-Unternehmen und damit auch um die Interessen der USA und ihrer Politik. Die USA verhängen ein Handelsembargo gegen Kuba, das heißt sie verbieten gegen Strafe unter Strafe den Handel mit Kuba und sie versuchen auch in der sogenannten Schweinebuchtinvasion einen Regime-Change durchzuführen, also sie versuchen wieder auf Kuba sozusagen durch eine, wie man könnte sagen, auch ein Versuch eines Putsches, eine bürgerliche oder eine konservative oder wie man das immer nennen will, eine liberale Regierung zu etablieren und dieser Gedanke, dieses Regime auf Kuba zu stürzen, der führt eben dazu, dass man Soldaten dahin schickt, dass ungefähr 1500 Exilkubaner, die man da in der Schweinebucht auf Kuba landen lässt und das Ganze geht total schief. Die Kubaner können sich gegen diese Invasion verteidigen, können die abwehren. Auf dem globalen Paket sehen die USA ziemlich schlecht dabei aus, denn die USA ist eine Großmacht und Kuba ist eine kleine Insel, aber dieses Scheitern der Schweinebuchtinvasion ist ein PR-Stunt für die Sowjetunion und für Kuba und das ist eine PR-Katastrophe für die USA.
Damit haben wir im Jahr 1962 nun also auf Kuba eine sozialistische Macht, die sich an die Sowjetunion annähert und die Sowjetunion sieht hier eine Möglichkeit, das globale, taktische Gleichgewicht in diesem kalten Kriegenstück weit zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Denn die Sowjetunion hat schon seit vielen Jahren in der Türkei, die in Nachrichten Tomiklit ist, einen direkten Nachbar, der auf Atomwaffen der NATO sitzt. Das heißt, aus Sicht der Sowjetunion ist man direkt atomar-nukleär bedroht. Die Atomwaffen aus der Türkei können Moskau erreichen, das heißt im Grunde gibt es hier eine ganz direkte Bedrohung und aus Sicht Kurschhofs des sowjetischen Diktators kann man sagen. Aus dessen Sicht ist es natürlich nur fair, wenn jetzt auch die Sowjetunion im Hinterhof der USA eine Möglichkeit bekäme, Atomraketen auf die USA abzuschießen, um sozusagen einen Gleichgewicht zu erzielen. Und die Folge ist, dass Kurschhoff Atomraketen auf Schiffe setzen lässt, die dann nach Kuba schippern und dann dort stationiert werden. Als die Amerikaner das merken, werden sie natürlich sehr nervös, denn die Satellitenbilder zeigen eben, dass diese Atomraketen bereits montiert sind. Und als weitere Atomraketen in Richtung der amerikanischen Küsteschippern auf sowjetischen Booten, da eskaliert diese Auseinandersetzung. Kennedy stellt ein Ultimatum, er sagt, also wenn die Schiffe eine bestimmte Linie überschreiten auf dem Globus und sich auf eine bestimmte Distanz in den USA nähern, dann sieht er das als Zeichen für den Beginn der Atomkrieg. Und dieses gegenseitige Drohnen, das steigert sich sehr, sehr lange hoch, bis man unmittelbar vor dem Ultimatum dann die Schiffe abdrehen lässt. Das heißt, Kurschhoff lenkt ein, er lässt diese Atomboote oder die Atomboote umdrehen mit den Raketen drauf und er akzeptiert die Forderung der USA, dass man eben nicht noch weitere Atomraketen auf Kuba stationiert. Im Gegenzug dazu müssen sich aber auch die USA ein Stück weit erkenntlich zeigen. Das heißt, die USA bauen die Raketen in der Türkei, die neben dem sowjetischen Hinterhof bedrohen ab und es wird dadurch ein Stück weit ein erster Schritt in Richtung Abrüstung vorgenommen. In diesem Sinne kann man auch sagen, dass die Kuba-Krise nicht nur der Höhepunkt des Kalten Krieges ist, sondern auch der Beginn einer Entspannungspolitik. Zum Beispiel wird auch in den Nachwähnen der Kuba-Krise der sogenannte heiße Draht eingerichtet, eine direkte Telefonverbindung zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml in Moskau, sodass wir hier eigentlich zeichnet sehen, dass beiden Spitzenpolitiker Kurschhoff ebenso wie Kennedy bewusst ist, dass diese Kuba-Krise ein Moment ist, der die Welt an den Abgrund geführt haben könnte und dass man so einen Moment eben nicht mehr auftreten lassen will. Wir haben heute über die Begriffe Putsch und Militärdiktatur gesprochen, über die Revolution und die Kuba-Krise. Diese Begriffe sind Teil des Bildungsplans für das dritte Halbjahr der Kursstufe in Geschichte. Wenn euch die Folge geholfen oder gefallen hat, dann lasst mir gerne ein Kommentar da, abonniert den Podcast und teilt ihn mit Freunden und Bekannten. Für mich ist es eine große Motivation, wenn ich sehe, dass Leute meine Podcasts anhören. Ich danke euch fürs Zuhören und bleibt mit treu.