Globalisierung - Geschichte Leistungskurs 38
Heute sprechen wir über die Vernetzung der Welt, die sogenannte Globalisierung. Es geht um
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Vernetzung,
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Transnationale Konzerne,
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Finanzmärkte und
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die Migration.
Der Globus ist trotz der Industrialisierung rund geblieben, aber manchmal kann man den Eindruck haben, als dreht er sich seitdem schneller. Die heutige Folge widmen wir der Globalisierung, der wachsenden Vernetzung der Welt.
Vernetzung
Wir schauen uns an, wie die weltweite Vernetzung funktioniert, welche Rolle transnationale Konzerne dabei spielen, was der Finanzmarkt damit zu tun hat und wie all das mit der wachsenden Migration zusammenhängt, die vor allem die deutsche Politik seit zehn Jahren ununterbrochen beschäftigt. Globalisierung ist vielleicht der historische Prozess, der unser Leben heute mit am stärksten geprägt hat.Willkommen bei geschichtslehrer.net. Ich bin Jens und in diesem Podcast bereiten wir uns verständlich und kurzweilig auf Klassenarbeiten und das Abitur im Fach Geschichte vor. Schön, dass du dabei bist. Globalisierung ist nichts anderes als die Vernetzung des Planeten. Nichts anderes heißt ja Globus. Schon seit es Menschen gibt, gibt es auch Routen, über die Güter, Wissen und Kultur ausgetauscht werden. Mit der Zeit wurde daraus ein ganzes Netz von Routen und heute entwickelt sich diese weltweite Vernetzung schneller als je zuvor. Der entscheidende Meilenstein für die Globalisierung, also für die wirklich weltweite Vernetzung, war die Kommunikationsrevolution im 19. Und 20. Jahrhundert. Seit den 1860er Jahren ermöglichten Telegrafie und später Telefon eine richtig schnelle Übertragung von Informationen zwischen Staaten und Kontinenten. Die ersten Unterseekabel im Atlantik machten es möglich, dass eine Information nicht mehr sechs Wochen brauchte, sondern in nur wenigen Minuten übertragbar war, bei beeindruckenden Geschwindigkeiten von so zehn Wörtern pro Minute. Das war damals noch dermaßen teuer, dass es nur für riesige Firmen oder vielleicht Staaten bezahlbar war, auch wenn die Kapazität langsam wuchs. Mit der Digitalisierung seit den 1970ern nahm die Übertragungsgeschwindigkeit dann nochmal richtig Fahrt auf. Heute können wir über moderne Glasfaser-Unterseekabel Millionen von Telefongesprächen gleichzeitig übertragen, Videogespräche führen.Online-Shopping-Touren in den USA unternehmen oder hoch aufgelöste Paw Patrol-Folgen streamen. Diese Verflechtungen betreffen uns alle und ständig. Waren, Dienstleistungen und Wissen werden weltweit gehandelt und ausgetauscht. Gleichzeitig hat diese Vernetzung dazu beigetragen, die Armut in vielen Ländern zu reduzieren. Schwellenländer, zum Beispiel Indien, China oder Brasilien, konnten ganz enorm von dem globalen Handel profitieren. Aber diese Vernetzung hat auch Schattenseiten, denn sie bringt Abhängigkeiten mit sich, über die wir später noch sprechen werden. Ein Extrembeispiel für diese globale Vernetzung war die Corona-Pandemie von 2020. Das Covid-19-Virus breitete sich damals in wenigen Wochen über den ganzen Globus aus, und zwar vor allem durch den ständigen internationalen Austausch von Menschen, zum Beispiel auf Langstreckenflügen. Die Ankunft von Covid-19 in Deutschland kam durch eine infizierte Managerin aus China, die für ein paar Tage auf Dienstreise in Bayern war. Selten hat man so klar sehen können, wie eng die Welt miteinander verbunden ist, mit ihren positiven und auch ihren negativen Folgen.
Transnationale Konzerne
Einer der ganz wesentlichen Treiber dieser Vernetzung sind transnationale Großkonzerne. Das sind also global agierende Unternehmen, das heißt, die operieren in vielen Ländern auf vielen Kontinenten gleichzeitig. Sie verfügen über eine gigantische wirtschaftliche und oft auch politische Macht. Sie lenken den Welthandel, schaffen Zehntausende, Hunderttausende von Arbeitsplätzen. Ihre Entwicklungs- und Forschungsabteilungen bestimmen mitunter das Weltgeschehen. Diese marktbeherrschenden Unternehmen gibt es in den unterschiedlichsten Branchen, zum Beispiel Pfizer in der Pharmaindustrie, Kraftfoods auf dem Nahrungsmittelmarkt, Nvidia in der Hardwarebranche, Monsanto in der Landwirtschaft, Microsoft in der Softwarebranche, Google im Internet und noch viele andere. Kennt ihr vielleicht noch ein paar Beispiele für solche supermächtigen Konzerne? Schreibt mir in die Kommentare für die Geschichte, welches Konzerns oder welcher Branche euch besonders interessiert. Vielleicht lässt sich da ja mal was machen. Die meisten dieser Großkonzerne haben ihren Sitz, also ihren Stammort sozusagen, wo ihre Zentralen sitzen, in der sogenannten Triade. Das kommt vom lateinischen tres, tres, tria für drei, denn zu dieser Triade gehören die eben drei mächtigsten Wirtschaftsregionen der Welt. Das sind, Überraschung, Nordamerika, Europa und Ostasien. Diese drei Regionen beherrschten im 19. Und 20. Jahrhundert die Weltwirtschaft. Hier werden Innovationen entwickelt.die dann in andere Länder exportiert werden. Als Beispiel, vor 15 Jahren erfand ein nordamerikanischer transnationaler Großkonzern, dessen Logo eine angebissene Obstsorte darstellt, das Smartphone und hat damit den Alltag der Menschen verändert wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Wir alle sind ununterbrochen online, tragen das Wissen der ganzen Welt in der Hosentasche, sind immer mit der Kamera ausgestattet, ständig abgelenkt, jederzeit erreichbar, lückenlos überwachbar. Diese Großkonzerne werden zugleich aber auch stark kritisiert. Die Länder, in denen sie ihre Produkte herstellen lassen oder verkaufen, profitieren davon meistens gar nicht, weil die Konzerne sehr kreative Steuersparmodelle verwenden. Viele Schwellenländer bleiben auf die Rolle der Produzenten beschränkt, während die Gewinne vor allem in die Konzernzentralen in ganz schwach besteuerten Staaten fließen. Gerade die großen Datenkonzerne, allen voran Google, Meta, Amazon und Microsoft, sind ganz besondere Meister darin, möglichst wenig von ihren Gewinnen zu versteuern.
Finanzmärkte
Nicht nur Waren und Dienstleistungen sind global vernetzt, sondern auch die Finanzmärkte, also auf gut Deutsch die Bankenbranche. Und das merkt man vor allem dann, wenn eine Krise losgeht. Nämlich daran, dass eine Wirtschaftskrise irgendwo anfängt und dann die ganze Weltwirtschaft mit sich in den Abgrund zieht. Ein gutes Beispiel dafür ist die Finanzkrise von 2007-08. Banken leihen sich ständig Geld bei anderen Banken, zocken mit dem Geld dann bei anderen Banken und zahlen das geliehene Geld hinterher wieder an die Bank von ganz am Anfang zurück. Weltweit, zwischen den USA und Europa und Asien hin und her. Das ist ziemlich normal. Also irgendwie ist es nicht normal, aber üblich. Das nennt man Investment Banking. Und die Idee ist, mit viel Risiko viel Gewinn zu machen. Die Finanzkrise 2007 und 2008 fing nun damit an, dass ein Haufen amerikanischer Banken runtergekommene Schrottimmobilien in irgendwelchen Finanzprodukten versteckt haben, die sie dann nicht nur Privatleuten, sondern eben auch anderen Banken angedreht haben als Investmentmöglichkeit. Dass diese Dinger eigentlich völlig wertlos waren, haben sie alle erst ein bisschen später gemerkt. Und als sie es dann gemerkt haben, haben sie die Dinger ganz hektisch, ganz schnell, ganz billig verkauft. Dadurch brachen die Preise ziemlich steil ein, weil keiner den Schrott haben wollte und ganze Banken, die zu viele von diesen Finanzprodukten gekauft hatten, gingen dadurch pleite und dann gingen andere Banken pleite, die bei diesen Banken ihre Kredite nicht mehr zurückbekommen konnten und so weiter. Banken in Europa, in Asien, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Europa, in Asien und auch in einigen Entwicklungsländern spürten diese Auswirkungen. In Deutschland hat damals die extrem mächtige Deutsche Bank fast vernichtet. Und auch die Commerzbank hat es damals beinahe erwischt. Die globalen Finanzmärkte sind also hochsensibel. Was in dem einen Land geschieht, das kann in anderen Ländern Folgeeffekte auslösen, so eine Art Dominoeffekt. Ein Steinchen wirft das nächste um und am Ende bricht das ganze Gebilde zusammen. Diese Abhängigkeit bringt nicht nur große Risiken, sondern auch Chancen mit sich. So die vernetzten Finanzmärkte ermöglichen zum Beispiel Investitionen in aufstrebende Länder, was deren Entwicklung wiederum fördert und ihre Chancen verbessert, wirtschaftlich an die großen Industrienationen aufzuschließen. Handel wird einfacher und schneller möglich. Insgesamt steigern also die vernetzten Finanzmärkte den Wohlstand auf der ganzen Welt, solange sie gut funktionieren. Wenn nicht, dann ruinieren sie ihn auch.
die Migration
Globalisierung führt zu Migration. Menschen verlassen aus den verschiedensten Gründen ihre Heimat. Auf der Suche nach Wohlstand, aber auch auf der Flucht vor Hunger, Verfolgung oder Krieg. Meistens sind es die jüngeren, besser ausgebildeten Menschen, die sich auf den Weg machen, in anderen Ländern ihr Glück zu suchen. Diese Migration kann man durchaus zwiespältig sehen. Einerseits profitieren die Empfängerländer von vielen neuen Arbeitskräften, aber sie haben gleichzeitig oft Schwierigkeiten mit der Integration dieser Menschen in ihre eigenen Gesellschaften und ihre eigenen Wertvorstellungen usw. Gleichzeitig verlieren die Herkunftsländer durch die Emigration junger gebildeter Menschen wertvolle Arbeitskräfte.was ihre dann ohnehin schon kritische wirtschaftliche Lage nochmal weiter verschlechtert. Die Globalisierung ist ein Prozess, dessen Einfluss auf unser Leben wir eigentlich gar nicht überschätzen können. Ob durch transnationale Konzerne, Finanzmärkte oder Migration, die fortschreitende Vernetzung unserer Welt bringt enorme Risiken, aber auch enorme Chancen mit sich. Und jeder von uns ist ein Teil dieses weltweiten Netzwerks. Wir haben heute die Begriffe Globalisierung, Vernetzung, Transnationale Konzerne, Finanzmärkte und Migration besprochen. Diesen Teil des Bildungsplans für das dritte Halbjahr der Kursstufe in Geschichte. Heute ist eine besondere Folge für mich, denn geschichtslehrer.net hat letzte Woche die 100 Abonnenten und die 2.500 Wiedergaben geknackt. Und zu sehen, dass so viele von euch meinen Podcast mögen oder zumindest damit lernen, ist für mich die schönste Bestätigung. Lehrer hören sich ja bekanntlich am liebsten selber reden. Aber wenn man dann noch das Gefühl hat, dass jemand dabei zuhört, dann ist das ganz wunderbar. Also, wenn euch die Folge geholfen oder gefallen hat, lasst gerne einen Kommentar da, abonniert den Podcast und teilt ihn mit euren Freunden. Ich danke euch fürs Einschalten und bleibt mir treu.