Was bleibt vom Kolonialismus - Geschichte Leistungskurs 49
Was bleibt übrig vom Kolonialismus und der Dekolonisierung? Welche Überbleibsel dieser Prozesse begleiten uns bis heute? - Ja, jede Menge. Eigentlich wird die ganze Welt von ihnen bestimmt. Wir sprechen über
- Neokolonialismus,
- Islamismus,
- ethnopolitische Konflikte,
- “failed states” und
- den 11. September.
Die heutige Folge wird gesponsert von Deutschland, also eigentlich von euren Steuergeldern. Denn ich konnte ja kostenlos zur Schule gehen, ich konnte kostenlos studieren und heute bin ich Landesbeamter und der Staat zahlt mir dafür genug, dass ich in meiner Freizeit noch ein paar unbezahlte Projekte machen kann. Eins davon ist dieser Podcast, geschichtslehrer.net. Ich finde dieses deutsche Bildungssystem, bei dem jeder eine richtig gute Ausbildung auf Staatskosten bekommen kann, das ist bei all seinen Mängeln und Eigenheiten eine echt geniale Erfindung. Klar, so richtig kostenlos sind die ganzen Schulen und Universitäten und Lehrerinnen eigentlich nicht. Und ich und ihr alle, oder zumindest unsere Eltern oder eure Eltern, wir bezahlen das mit unseren Steuern. Aber dieses Geld ist, finde ich, richtig gut investiert. Ohne Bildung, ohne einen kritischen Geist sind Menschen in einer Demokratie nur Stimmvieh. In einer gebildeten Gesellschaft bedeutet Demokratie aber, sich umfassend informieren, sich mehr als nur eine Meinung bilden, um vernünftige Wahlentscheidungen treffen zu können. Dafür braucht es ein funktionsfähiges Bildungssystem und für das braucht es einen funktionsfähigen Staat. Den kann man nicht wegrationalisieren, wie das gerade einige mächtige Menschen anderswo auf der Welt versuchen. Mit diesem Podcast will ich ein bisschen was davon zurückgeben, was mir Deutschland, also eigentlich die Menschen, die in Deutschland Steuern zahlen, ermöglicht haben und als Lehrer heute noch ermöglichen. Das war jetzt ziemlich viel Vorrede, aber das hier ist die letzte Folge unserer Reihe zum Leistungskurs. Und ich fand, das wäre doch mal ein guter Zeitpunkt, um grundsätzlich zu werden. In diesem Sinne, willkommen bei geschichtslehrer.net. Ich bin Jens und in diesem Podcast…bereiten wir uns verständlich und kurzweilig auf Klassenarbeiten und das Abitur im Fach Geschichte vor. Schön, dass du heute dabei bist. Heute sprechen wir über ein ziemlich komplexes Thema. Im Bildungsplan heißt es aktuelle Probleme vor dem Hintergrund von Kolonialismus und Dekolonisierung. Das klingt ja erstmal ziemlich trocken. Haben solche Amtsdokumente auch manchmal so an sich. Aber dieses Thema, Reste vom Kolonialismus, die uns wieder richtig Ärger machen, das ist in Wahrheit ziemlich spannend und hat auch jede Menge mit unserer heutigen Welt zu tun.
Neokolonialismus
Lass uns mal mit dem Neokolonialismus anfangen. Neo klingt so nach Neonazis und sowas. Quasi eine Wiederauflage von was Altem. Und das ist ja auch so. Kolonialismus ist irgendwie was Altes, so 19. Jahrhundert. Und Neokolonialismus ist dann eben so die Wiederauflage jetzt im 20. Und 21. Jahrhundert. Also. Stellt euch vor, euer Kolonialreich, sagen wir mal der Kongo, ist jetzt unabhängig geworden, weil Kolonialismus halt mittlerweile out ist, weil die ganze Welt das verachtet und da wäre es ja peinlich, weiter eine Kolonialmacht zu sein. Also entlässt Belgien den Kongo in die Unabhängigkeit. Aber natürlich sitzen da ja immer noch eine Menge belgische Firmen, die jede Menge Zeug besitzen, belgische Siedler, die jede Menge Einfluss und Geld haben und all sowas. Die alte Kolonialmacht, die Soldaten und so weiter, sind dann zwar offiziell weg, aber in Wirklichkeit haben die alten Kolonialherren immer noch die Finger im Spiel. Nur eben nicht mehr so offensichtlich mit Soldaten und Flaggen und so.sondern eher im Hintergrund mit Geld und Einfluss. Ein Beispiel dafür sind die sogenannten Bananenrepubliken in Mittelamerika. Da haben große Unternehmen aus den USA so viel Macht, dass sie praktisch die Politik bestimmen, obwohl die da eigentlich politisch gesehen ja gar nichts verloren haben. Oder schauen wir mal nach Afrika. China investiert da Milliarden in Infrastrukturprojekte und Rohstoffe. Das klingt ja erstmal gut, oder? Das bringt Arbeit, das modernisiert die afrikanischen Staaten und so weiter. Aber der Haken an der Sache ist, die afrikanischen Länder werden dadurch wirtschaftlich total abhängig von China. Und das ist dann Kolonialismus oder Neokolonialismus in Reinform.
Und jetzt kommen wir zur nächsten Folge des Kolonialismus, nämlich dem
Islamismus
Und da denkt man ja erstmal, hä, was hat denn der bitte mit dem Kolonialismus zu tun? Und Überraschung, eine ganze Menge. Viele muslimische Länder wurden im 19. Jahrhundert von europäischen Mächten kolonisiert, ob jetzt in Afrika, im Nahen und Mittleren Osten oder in Asien. Und das hat tiefe Spuren hinterlassen. Der Islamismus ist dort zum Teil eine Reaktion darauf, so eine Art Jetzt-erst-Recht-Bewegung, die sich gegen alles richtet, was irgendwie westlich ist, weil westlich halt mit den Kolonialherren von früher assoziiert wird. Also ist man gegen alles, was westlich ist, zum Beispiel Säkularisierung, also die Trennung von Religion und Staat, gegen Demokratie, gegen Liberalismus, gegen Kapitalismus, gegen den Sozialstaat oder was auch immer einem da so als Feindbild so vorschwebt. Meistens geht es dabei eigentlich um die Suche nach einer eigenen Identität, die eben gerade nicht vom Westen bestimmt wird. Auf dem Weg zu dieser eigenen Identität gehen Islamisten dann einen Weg, der in erster Linie eben religiös bestimmt ist. Der Islam soll den Staat, die Gesellschaftsordnung, die Gesetze, eigentlich das ganze Leben der Menschen bestimmen. Gesetze richten sich dann nach der Scharia und der Koran wird von manchen dieser islamistischen Gruppen dann sehr wörtlich ausgelegt. Zu den krassesten Beispielen gehören da die Salafisten. Das ist eine radikale islamistische Strömung, aus der auch so manche Dschihadisten hervorgegangen sind, also Leute, die Terror und Gewalt anwenden.den Islam zu verbreiten und in Anführungszeichen Ungläubige zu bekämpfen. Oft sind diese Ungläubigen allerdings selber Muslime, die dann Terror zu Opfer fallen, die eben aber nicht die radikalen Ansichten der Dschihadisten teilen. Bei uns im Westen kommt vor allem dann was in den Medien an, wenn es bei uns Anschläge gibt. Aber das passiert vergleichsweise selten. Wir werden danach ja noch drüber sprechen. Also Vorsicht, nur eine sehr kleine Minderheit aller Muslime sind Islamisten oder Dschihadisten und dschihadistisches Gedankengut ist eigentlich auch in keinem muslimischen Staat der Welt mehrheitsfähig. Deshalb sind die meisten richtig islamistischen Staaten auch keine Demokratie. Denn eine demokratische Wahl können radikale Islamisten so gut wie nirgends auf der Welt gewinnen. Eine dieser islamistischen Gruppen auf der Welt ist übrigens die Hamas, gegen die Israel zurzeit einen Krieg führt. Allerdings geht es da auch um einen Kampf zwischen verschiedenen Volksgruppen, einen
ethnopolitische Konflikte
Aber was heißt denn das eigentlich? Jetzt erlegen wir den Begriff. Ethno kommt ja von der Ethnie, also von einer bestimmten Volksgruppe, einer Gruppe von Menschen, die sich zum Beispiel dadurch auszeichnet, dass sie gemeinsame Sprache, gemeinsame Kultur, Herkunft oder eine Religion, eben eine gemeinsame Identität hat. Und politisch bedeutet, dass es um Macht, Einfluss und Kontrolle und sowas im Staat geht. Ein ethnopolitischer Konflikt ist also dann ein Konflikt, bei dem es darum geht, dass eine ethnische Gruppe mit einer anderen um politische Macht oder politischen Einfluss konkurriert. Und das kann ganz unterschiedlich aussehen. Eine ethnische Gruppe kann zum Beispiel systematisch benachteiligt werden, indem man ihr den Zugang zur Bildung oder zur Arbeit oder zur Politik…Erschwert. Eine Form von Diskriminierung. Es gibt auch ethnopolitische Konflikte, bei denen es zu direkter Gewalt kommt, oft auch zu Bürgerkriegen. Häufig geht es dann auch darum, dass bestimmte ethnische Gruppen sich abtrennen wollen von dem Staat, in dem sie leben und einen eigenen Staat gründen wollen. Das nennt man Separatismus. Und dann haben wir natürlich noch Konflikte um Ressourcen, zum Beispiel den Zugang zu Land, zu Wasser oder zu bestimmten Rohstoffen. Das Problem ist, dass dabei ethnische Identität häufig instrumentalisiert wird, um ein politisches Ziel zu erreichen. Das heißt, es geht eigentlich nicht um die völkische Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe, sondern es geht eigentlich um ein ganz anderes Ziel. Aber Politiker schüren dann ganz bewusst bestimmte ethnische Feindbilder und hetzen ethnische Gruppen gegeneinander auf, um ihre eigene Macht zu sichern. Das heißt, das politische Ziel wird durch scheinbar ethnische Argumente vertreten. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass die ethnische Identität nicht in Stein gemeißelt ist. Das ist ja nur so eine Vorstellung davon, zu wem ich gehöre. Das kann sich verändern. Menschen können auch mehrere Identitäten haben. Nicht jeder, der zu einer bestimmten Ethnie gehört, ist auch automatisch deswegen einverstanden mit den Zielen von den politischen Führern dieser Ethnie. Und für solche Konflikte gibt es unzählige Beispiele. Zum Beispiel den Tigray-Konflikt in Äthiopien, den Völkermord in Ruanda 1994, die Lage der Kurden in der Türkei, Irak und Syrien, den Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan oder auch die Balkan-Kriege nach dem Zerfall Jugoslawiens.
Um nochmal auf die Hamas zurückzukommen. Können wir den Palästina-Israel-Konflikt auch als ethnopolitischen Konflikt sehen? Ja, auf jeden Fall. Auch wenn es noch viele andere Faktoren gibt, spielt die ethnische und nationale Identität dabei eine total zentrale Rolle. Im Kern geht es um zwei ethnische Gruppen, Israelis, hauptsächlich Juden, und Palästinenser, hauptsächlich Araber. Und die erheben beide Anspruch auf dasselbe Gebiet, eben Palästina oder Israel. Es ist ein Konflikt um Land, um Selbstbestimmung, um Anerkennung der eigenen nationalen Identität. Und damit haben wir eine ethnische Dimension, eigenständige Völker mit eigener Geschichte, Kultur und Identität und eine politische Dimension. Es geht um die Kontrolle über Gebiet und Staatsstrukturen. Und damit ist es eben ein Beispiel für einen ethnopolitischen Konflikt.
Religiöse Fanatiker und Bürgerkriege, diese Folge heute, die ist ganz schön deprimierend und jetzt wird es noch düsterer. Wenn Staaten durch ihre koloniale Vergangenheit oder islamistische Milizen oder ethnopolitische Bürgerkriege oder sowas so richtig kaputt gemacht werden, dann spricht man dabei von
“failed states”
also von gescheiterten Staaten. Das sind Länder, in denen der Staat so gut wie gar nicht mehr funktioniert. Denkt mal an Somalia oder Afghanistan oder Syrien. Auch hier spielte ein koloniales Erbe immer eine zentrale Rolle. Viele dieser Länder wurden nach der Unabhängigkeit mit sehr schwachen Institutionen zurückgelassen. Stellt euch vor, ihr müsstet von heute auf morgen ein ganzes Land regieren, ohne jede Erfahrung oder ohne funktionierende Verwaltung. Gar nicht so einfach. Vielleicht haben die ehemaligen Kolonialmächte ja auch konkurrierende Volksgruppen gezielt gegeneinander ausgespielt und aufgerüstet, um selbst möglichst viel Einfluss in ihrer Ex-Kolonie zu behalten, auf Kosten der Bevölkerung, die diese Machtkämpfe und Bürgerkriege danach ertragen muss. Wo ist denn jetzt meine Liste mit den Top 5 gefailtesten States? Ah ja, da. Also. Wir haben eben schon Somalia erwähnt. Da haben wir eine total schwache Regierung, die nicht ansatzweise das gesamte Land beherrschen kann. Warlords und islamistische Gruppen beherrschen Teile des Staatsgebiets und liefern sich ständig Kämpfe mit Regierungstruppen. Die Bevölkerung ist verarmt, leidet unter dem Terror dieser Milizen, hat kaum eine Chance auf ein geregeltes Leben. Auch Syrien.
Es ist heute so ein Failed State, in dem ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg zwischen verschiedenen islamistischen und anderen Milizen tobt und immer noch anhält. Dann haben wir dann noch den Jemen mit seinen Houthi-Rebellen, die gerade mal wieder von den Amerikanern bombardiert werden, den Kongo und den Sudan, beides Länder mit massiver Korruption, ständigen bürgerkriegsartigen Kämpfen zwischen irgendwelchen Warlords und ethnischen Gruppen und extrem verbreiteter Armut. Und jetzt haben wir auch noch gar nicht über Afghanistan geredet, das jetzt bald seit 50 Jahren eigentlich ununterbrochen unter Krieg und Terror und Besatzung und Verteilungskämpfen leidet. Auch in Afghanistan hat sich eine blühende Islamisten- und Terroristenszene entwickelt, vor allem in den 90er Jahren unter einem Typen mit Bart namens Osama Bin Laden, der mit seinem Terrornetzwerk namens Al-Qaida so richtig berühmt geworden ist, und zwar im Jahr 2001.
Und damit sind wir beim
den 11. September
2001, eben dem 11. September oder 9-11. Der amerikanische Ausdruck hat sich da ziemlich eingebürgert. Ein Ereignis, das die Welt verändert hat. Im Wesentlichen haben damals vier Terroristenteams vier große Passagierflugzeuge in den USA gekapert und diese Flugzeuge dann in prominente Gebäude krachen lassen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Dabei sind in New York die beiden Türme des World Trade Center eingestürzt, was wahrscheinlich das krasseste Trauma in der jüngeren Geschichte der USA ist. Und ein Flugzeug ist in das Pentagon des Verteidigungsministeriums der USA geflogen. Diese Selbstmordanschläge haben zu massiven Reaktionen der USA geführt, vor allem zum sogenannten Krieg gegen den Terror. Damit beschreibt man den Einmarsch der USA in Afghanistan und in den Irak. In Afghanistan, um die Taliban zu stürzen, die damals dort regiert haben und Al-Qaida unterstützt hatten. Und was die Amerikaner eigentlich im Irak wollten, das wissen sie heute selber nicht mehr so genau. Aber damals haben sie irgendwas von Massenvernichtungswaffen erzählt. Manche sehen in diesem Krieg gegen den Terror eine neue Form von Kolonialismus. Westliche Länder, die in muslimische Länder einmarschieren, um sie zu, in Anführungszeichen, demokratisieren. Soweit wir das heute sehen, war das nicht besonders erfolgreich. In Afghanistan waren die Taliban eigentlich schon wenige Stunden bis Tage nach dem Abzug der Amerikaner wieder an der Macht. Und im Irak hat sich im Anschluss an die US-Besatzung der Islamische Staat ausgebreitet, der mal mindestens…genauso viel Terror über die Bevölkerung gebracht hat wie das Regime von Saddam Hussein, das die Amerikaner dort beseitigen wollten. Die Folgen dieses Kriegs gegen den Terror, die spürt insbesondere die muslimische Welt bis heute. Hass gegen die USA ist in den arabischen und muslimischen Staaten weit verbreitet. Was hat das alles nun miteinander zu tun? All diese Problemfelder, Islamismus, ethnopolitische Konflikte, Failed States und die Terroranschläge des 11. September, sind Folgen der kolonialen Geschichte. Ein realer oder gefühlter Neokolonialismus hat in vielen Staaten radikale Gegenbewegungen entstehen lassen. Und in muslimischen Staaten sind es vor allem islamistische Bewegungen. Daraus sind blutige Konflikte entstanden, ob nun ethnopolitische Konflikte, die so manches Land zum Failed State gemacht haben, oder der Krieg gegen den Terror der USA. Die Geschichte des Kolonialismus wirkt bis heute nach und wird uns noch auf unabsehbare Zeit begleiten, in ganz unterschiedlichen Bereichen. Und genau das macht Geschichte ja auch spannend. Sie ist nicht einfach vorbei, sie ist Teil unserer Gegenwart. Tja, immer noch ziemlich düster diese Folge. Was nehmen wir mit? Erstens, die Welt ist ziemlich kompliziert. Es gibt keine einfachen Lösungen für solche komplexen Probleme. Zweitens, Geschichte hilft uns dabei, die Gegenwart zu verstehen. Und drittens, der Schlüssel zum Frieden ist kritisches Denken. Hinterfragt Dinge, bildet euch eure eigene Meinung und bleibt offen für andere Perspektiven. Nur wer den Gegner zu verstehen versucht, der kann mit ihm auch einen Kompromiss finden. Wir haben heute die Begriffe Neokolonialismus, Islamismus,ethnopolitischer Konflikt, Failed State und den 11. September besprochen. Die sind alle Teil des Bildungsplans für das vierte Halbjahr der Kursstufe in Geschichte. Wenn euch die Folge geholfen oder gefallen hat, dann lasst gerne einen Kommentar da, abonniert den Podcast und teilt ihn mit Freunden oder Bekannten, die sich ebenso wie ihr auf Klassenarbeiten oder das Abitur vorbereiten. Für mich ist es eine große Motivation, wenn ich sehe, dass Leute die Podcasts anhören. Ich danke euch fürs Zuhören und bleibt mir treu.