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Abitur 2026 - 2.1 - Kalter Krieg

Staffel 3, Folge 06 29.03.2026 00:20:34
Fachbegriffe: SystemkonfliktMachtkonfliktRüstungswettlaufKapitalismus/SozialismusMarktwirtschaft/ZentralverwaltungswirtschaftKalter KriegStellvertreterkriegBlockbildungBipolarität undPropaganda

Heute geht es um den ersten Teilstandard des Schwerpunktthema 2 für das Abi 2026, den Kalten Krieg. Wir reden über

Willkommen bei geschichtslehrer.net. Ich bin Jens und in diesem Podcast bereiten wir uns kurzweilig und fachkundig auf Klassenarbeiten und das Abitur im Fach Geschichte vor. Schön, dass du heute dabei bist. In dieser Folge geht es um das zweite Schwerpunktthema des Abiturs 2026 und dieses Thema heißt West- und Osteuropa nach 1945 Wege in die postindustrielle Zivilgesellschaft. Die Schülerinnen und Schüler können Chancen und Probleme bei der Herausbildung einer postindustriellen Zivilgesellschaft in West- und Osteuropa nach 1945 analysieren. Diese Aufgabe, die ist zunächst mal auf sozusagen den Unterschied zwischen West- und Osteuropa bezogen, also auf quasi DDR, BRD bzw. West- und Ostblock. Und dann geht es eben darum, die postindustrielle Zivilgesellschaft sich anzugucken, also auf gut Deutsch, wie sieht die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft aus in diesen beiden Gesellschaften nach 1945. Diese Schwerpunktaufgabe hat dann wiederum fünf Unterkapitel, die nennen es Teilstandards in Baden-Württemberg. Und zwar geht es hier um erstens die Grundstrukturen und zentralen Entwicklungen des Kalten Krieges, zweitens um die Auswirkungen des Kalten Krieges auf Kuba, drittens um die Entspannungspolitik in den 1960er Jahren, viertens um den Zusammenbruch des Ostblocks und fünftens um die deutsche Einheit und den Zusammenbruch der Sowjetunion. Das heißt, der Schwerpunkt liegt ganz klar zum einen auf diesem kalten Krieg und dem Machtkonflikt zwischen Ost und West und dann auf dem Zusammenbruch des Ostens.Ost-Docs und auf der deutschen Einheit als Folge davon.

Kalter Krieg

Die Welt des Kalten Krieges ist in zwei Lager gespalten. Einerseits die USA mit ihren Verbündeten, andererseits die Sowjetunion mit ihren Verbündeten im sogenannten Ostblock. Zwischen 1945 und 1990 prägen diese Spannungen das Leben der Menschen, ohne dass es je zu einem direkten Krieg zwischen diesen beiden Supermächten kommt und deswegen nennt man das ja Kalten Krieg. Stattdessen toben die Kämpfe aber in Wahrheit dann doch in anderen Ländern und dort sind es heiße Kriege, zum Beispiel in Korea oder in Vietnam, wo diese beiden Ideologien, man kann vielleicht sagen Kapitalismus und Kommunismus, auch wenn das stark verkürzt ist, sich gegenseitig bekämpfen, ohne dass man den eigentlichen Feind aus der Ferne trifft.

Systemkonflikt

Der erste Begriff, der in diesem Zusammenhang auftaucht, ist der Systemkonflikt. Und das bezeichnet im Kontext des Kalten Krieges die grundlegende Spannung zwischen den beiden übernationalen Ideologien. Dem kapitalistisch geprägten Westen, angeführt von den USA, und eben dem kommunistischen Osten, dominiert von der Sowjetunion. Dieser Konflikt, der ist nicht nur ein politischer, sondern auch ein ideologischer. Es geht etwa um die Frage, welche Gesellschaftsform die bessere, die zukunftsträchtigere ist. Im Alltag spüren das die Menschen zum Beispiel im geteilten Berlin und in Form von Embargos, dass man also nicht mit bestimmten Staaten handeln darf oder wenn es eben um den Wettbewerb um die Atomwaffen geht. Dieser Systemkonflikt war nicht immer mit einem Krieg verbunden, aber er prägt die Welt dann doch fast 50 Jahre lang.weil beide Seiten versuchen, ihre Vorstellung von Gesellschaftsordnung zu verbreiten, ohne dass man den anderen dabei militärisch attackiert. Im Gegensatz zum Nationalsozialismus und Stalinismus, wo dieser Konflikt oft innerhalb der eigenen Gesellschaft auch stattfand und ausgefochten wurde, ist es hier ein globales Ringen zwischen zwei Systemen, quasi zwischen zwei Hälften der Weltkugel, auch wenn das nicht genau getrennt ist. Es ist eine Art Krieg ohne Schießerei.

Machtkonflikt

Jetzt haben wir über den Systemkonflikt schon gesprochen. Eine andere Möglichkeit, diesen Konflikt zu charakterisieren, ist der Machtkonflikt. Und der zielt darauf, dass die Sowjetunion und die USA versuchen, ihre jeweilige politisch-militärisch-ideologische Seite zu stärken, ohne dabei direkt Krieg zu führen. Man kann sich also vorstellen, es ist wie ein Wettrüsten oder ein Kampf um Einflusssphären, bei dem beide Seiten versuchen, ihre Alliierten im Boot zu halten, also dazu zu zwingen, dass sie bei einem bleiben, ihre Grenzen immer stärker absichern und eben auch in so Krisen wie zum Beispiel bei Kuba immer wieder aufeinanderstoßen. Wo es dann darum geht zu zeigen, dass man selber das stärkere, das bessere, das menschlichere, wie auch immer, System ist. Es läuft immer darauf aus, die eigene Seite irgendwie zu stärken, zu vergrößern oder die andere eben einzudämmen, zu verkleinern, zu stören. Das ist im Grunde ein Konflikt um Macht, der eben ohne offenen Krieg auskommt, aber dann doch eben mit Stellvertreterkriegen zum Beispiel ausgefochten wird. Es dreht sich hier um ein System von zwei Blöcken, die sozusagen bis in die 80er Jahre hineindurch diesen Konflikt die Welt komplett prägen.

Rüstungswettlauf

Das führt auch dazu, dass ganze Länder, eben wie zum Beispiel Deutschland, aber auch nachher Vietnam, Korea und so, in zwei Teile gespalten werden, die zur Frontlinie werden zwischen diesen beiden Blöcken. Es ist also ein ständiger Kampf um Einfluss, der die Welt in zwei Lager teilt und immer wieder zumindest an den Rand eines Krieges führt, aber wenn auch nicht zu einem heißen Krieg zwischen den beiden Hauptparteien selbst. Dieser Wettbewerb, der findet eben zunächst mal auf der militärischen Seite statt und deswegen spricht man von einem Rüstungswettlauf. Im Kalten Krieg gibt es diesen Rüstungswettlauf zwischen USA und Sowjetunion in der Form, dass beide versuchen, möglichst viele vor allem Atomwaffen, Atomraketen zu bauen, um die andere Seite zu überlisten oder im Notfall eben abschrecken zu können. Da gibt es diese Ideologie der gegenseitigen Vernichtung. Die Idee ist also, wenn beide Seiten bis an die Zähne mit Atomsprengköpfen bewaffnet sind, dann hat keiner den Mut, selbst anzugreifen, weil er sich sicher sein muss, dass er selber auch oder dass das eigene Land auch durch Atomwaffen zerstört würde. Das heißt, die Idee, die dahinter steckt, ist ein Stück weit Sicherheit. Die entsteht dadurch, dass man sich gegenseitig absolut versichern kann, dass man sich vernichten kann, wenn der eine zuerst angreift. Aber zugleich ist es natürlich ein Versuch, so eine verzweifelte Sicherheitsstrategie zu betreiben. Wer die besseren oder die mehr Waffen hat, der versucht dadurch, den anderen daran zu hindern, zuerst anzugreifen. Und dieser Wettbewerb, der treibt dann zum einen die Technologie voran, aber auf der anderen Seite,Andererseits macht er die Welt natürlich auch viel gefährlicher. Denn jeder neue Atomtest und die Stationierung von Raketen in irgendwelchen Gebieten, die dem einen oder anderen Block angehören, die sorgt natürlich immer wieder für neue Spannung. Und die wahrscheinlich berühmteste dieser Spannungssituation ist eben die Kubakrise, als die Welt ganz nah an den Krieg kommt, weil die Sowjets eben in der unmittelbaren Nachbarschaft der USA da Atomraketen stationieren wollen. Das ist natürlich ein Element dieser Rüstungswettlauf. Das ist ein Wettlauf, der nicht unbedingt ein positives Wettrennen ist. Es gibt dabei aber auch natürlich positive Aspekte. Wenn man sich zum Beispiel anguckt, dass der Wettlauf um das Weltall, zum Beispiel die Mondlandung der USA, auch ein Produkt dieses Wettlaufs ist, dann sieht man natürlich auch, dass es auch produktive Aspekte daran gibt, dass eben beide Staaten versuchen, in der Wissenschaft immer weiter voranzukommen, die Gegner auch dort zu übertreffen und dadurch sich neue Technologien, neue Möglichkeiten entwickeln. Auch zum Beispiel in der Impfforschung ist es so, dass die Sowjetunion und auch die USA ganz massiv an Impfstoffen arbeiten, um eben zu zeigen, man selbst hat die leistungsfähigere Wirtschaft, die leistungsfähigere Wissenschaft. Und so entsteht auch hier eine Konkurrenz, die dann durchaus produktiv sein kann. Aber der Rüstungswettlauf an sich ist natürlich kein wirtschaftlich oder wissenschaftlich, wie auch immer, zunächst mal zivil nutzbar, produktiver Wettlauf.

Kapitalismus/Sozialismus

Kapitalismus und Sozialismus sind die beiden großen Systeme, die eben hinter diesem Kalten Krieg stehen. Der Kapitalismus wird dabei immer mit den USA und ihrem Westblock assoziiert.und der Sozialismus mit der Sowjetunion in ihrem Ostblock, wobei man da eigentlich eine große Klammer aufmachen und sagen muss, dass viele Staaten sich irgendwo im Spannungsfeld dazwischen natürlich bewegen. Also die Bundesrepublik Deutschland zum Beispiel, der westliche Teil Deutschlands, der ist kein streng genommen kapitalistischer Staat, wie das zum Beispiel in den USA ist, wo es einen sehr viel direkteren, sehr viel krasseren Kapitalismus gibt, sondern in Deutschland entsteht ja die soziale Marktwirtschaft, die eine sehr viel stärkere soziale Absicherung darstellt und in den Augen vieler Amerikaner bis heute ein Stück weit sozialistisch wirkt. Das heißt, dieser Widerspruch, der ist nicht so eindeutig, wie er dann zunächst mal klingt. Dieser Kapitalismus, wie er in den USA oder eben auch in Westeuropa zumindest grundsätzlich praktiziert wurde, der betonte freie Märkte, private Unternehmen und demokratische Strukturen. Und gegenüber stand dann der Sozialismus auf der Seite der Sowjetunion, der eine zentral geplante Wirtschaft war, eine staatliche Kontrolle, staatliche Überwachung der Gesellschaft betonte. Und hier heißt es dann oft Kommunismus, Klammer auf Sozialismus. Kommunismus sind so zwei Phasen eigentlich desselben Gedankenkonstrukts. Das kommt schon aus Marx’Theorie raus. Diese Gegensätze sind nicht nur in die wirtschaftlichen Modelle reingedacht, sondern gehören auch zur ganzen Idee dieses globalen Machtkampfs zwischen Sowjetunion und USA. Während der Kapitalismus häufig mit dem Westen verbunden ist, ist der Sozialismus mehr als nur so ein Begriff für soziale Gerechtigkeit, sondern konkret eigentlich ist es die ganze Ideologie des…Ostblocks, das nimmt man so ein bisschen raus aus diesem wirtschaftlichen Kontext. Beide Systeme dienen dazu, dem Gegner seine Macht zu demonstrieren, Verbündete gewinnen, Konflikte wie den Vietnamkrieg oder den Wettlauf um die Raumfahrt zu erklären. Der Kalte Krieg ist also nicht nur ein Streit um Ideen, sondern eigentlich ist es eine Auseinandersetzung, wie der globale Einfluss durch diese Systeme gestaltet und geprägt und vergrößert werden kann. Das heißt, Kapitalismus und Sozialismus sind nicht nur Gesellschaftssysteme, sondern es sind eigentlich ganz umfassende Begriffe, die man für alles heute verwendet, was eben in diesen jeweiligen Blöcken so passiert und an Strukturen vorherrscht.

Marktwirtschaft/Zentralverwaltungswirtschaft

Innerhalb dieser jeweiligen beiden Systeme hat man dann eben die Marktwirtschaft bzw. Die Zentralverwaltungswirtschaft und das sind die nächsten beiden Begriffe, die uns hier entgegenkommen. Man kann sich also überlegen, dass das eine System, das westliche System, darauf vertraut, dass Wirtschaft und Gesellschaft zunächst mal durch freie Entscheidungen funktionieren. Das nennt man dann Marktwirtschaft, weil eben der Markt ja quasi so alleine regelt, das kennen wir von Adam Smith und so. Hier entscheiden also die Unternehmen selber, was sie produzieren. Die Preise entstehen automatisch durch Angebot und Nachfrage. Auf der anderen Seite haben wir dann in der Südkoreanischen Union und in den Ostblockstaaten die Zentralverwaltungswirtschaft. Dort hat der Staat diese ganzen Dinge in der Hand. Er entscheidet also selber, was für Fabriken gebaut werden, wo Arbeitsplätze entstehen, was für Arbeitsplätze da entstehen, wie viel Geld man da verdient und so weiter. Im Kalten Krieg ist das nicht nur eine Frage der Wirtschaft, sondern es ist eigentlich ein Ideologie-Wettbewerb. Die USA und ihre Verbündeten,sehen in dieser Marktwirtschaft so ein Symbol für Freiheit und demokratische Werte und sowas. Im Ostblock dagegen ist das Argument der Sowjetunion, dass nur zentral geplante Wirtschaftsformen für sozialen Ausgleich, für Gerechtigkeit, sorgen können. Denn gerade diese Idee des freien Marktes ist ja das, was im Kommunismus oder im Sozialismus sehr stark kritisiert wird, weil man da sagt, es entsteht immer automatisch eine Schicht von wenigen reichen Unternehmern, einer Bourgeoisie, die dann die anderen ausbeuten und quasi alles besitzen und die anderen sind alle arm. Und das will ja der Sozialismus gerade verhindern. Die USA und ihre Verbündeten, die sind natürlich da anderer Meinung und so entsteht da eben ein Konflikt zwischen diesen beiden Systemen, die sich ja auch diametral gegenüberstehen. Der Sozialismus will ja gerade die Überwindung der Marktwirtschaft erreichen. Das ist ja gerade ein bewusst als Gegnerschaft oder als Gegenentwurf zur Marktwirtschaft erfundenes Modell, diese Zentralverwaltungswirtschaft.

Stellvertreterkrieg

Und dann kommt hier nochmal der Begriff kalter Krieg auf. Dieser kalte Krieg, das ist eben ein Begriff, der dafür steht, für diesen Kampf zwischen USA und Sowjetunion und ihrer jeweiligen Einflusssphären, ohne einen direkten Krieg. Statt mit Soldaten kämpft man stattdessen dann eben mit Spionage, mit Propaganda, mit Waffenraketen, eben im Rüstungswettlauf, aber einem nur theoretisch einsetzbaren Atomarsenal, das man eben nicht abschießt. Und natürlich kämpft man auch mit finanziellem Support für Regierungen in anderen Ländern, die man dadurch auf die eigene Seite…ziehen will. Das heißt, die Welt wird zu so einer Art Spielfeld und die USA helfen eben westlichen Staaten, die Sowjetunion den östlichen Staaten und man versucht auch immer wieder dann andere noch nicht in einem Block befindliche, sogenannte blockfreie Staaten auf die eigene Seite zu ziehen, indem man denen durch finanzielle Hilfe oder militärische Hilfe irgendwie dann so Abhängigkeiten zu schaffen versucht, um dann die Leute eben oder diesen Staat eben ins eigene Lager zu ziehen. Und der Gegner hat natürlich immer ein Interesse daran, das zu verhindern, sodass man da eben in diese Stellvertreterkriege und sowas dann reinrutscht auf diese Art und Weise. Da gibt es ganz viele Beispiele dafür, wo das schief geht, eben zum Beispiel die Berlin-Blockade oder eben die Kuba-Krise, wo das mit dem Kalten Krieg dann mal fast heiß wird oder zumindest massive Krisen entstehen, wo das für die Menschen im Alltag ganz direkt spürbar wird. Was also diesen Kalten Krieg ganz besonders macht, ist eben die Tatsache, dass es kein offener Krieg ist, sondern so eine ständige Drohkulisse, ein… Stillstand durch Angst, der die Welt jahrzehntelang dann prägt. Es gibt für diesen Kalten Krieg auch den Alternativbegriff des Ost-West-Konflikts und man kann sich darüber unterhalten, welcher Begriff da eigentlich der sinnvollere oder der bessere ist, weil dieser Kalte Krieg ja eben nicht immer und nicht überall kalt war. Er war nur halt zwischen den beiden Hauptmächten, den USA und der Sowjetunion, kalt. Aber wenn man mal die Vietnamesen fragt oder die Koreaner fragt, dann stellt man fest, dass dieser Krieg sehr wohl ganz schön heiße Phasen hatte, in denen sehr viele Menschen im Krieg letztlich gestorben sind. Nicht direkt natürlich zwischen diesen beiden Seiten, aber eben doch.als Folge dieses Konflikts zwischen den beiden Seiten des Kalten Krieges. Über das Wort Stellvertreterkrieg haben wir jetzt schon ein paar Mal gesprochen. Was ist denn das eigentlich? Na, es meint halt Kriege, die im Kalten Krieg indirekt zwischen USA und Sowjetunion geführt werden, so eben als Stellvertreter der eigentlichen Großmacht. Statt sich direkt an den Kämpfen zu beteiligen, unterstützten also stattdessen beide Supermächte rivalisierende Seiten in anderen Ländern, zum Beispiel mit Waffen oder Geld oder Beratern. Und ein Beispiel dafür ist der Vietnamkrieg. Die USA halfen der südvietnamesischen Regierung, während die Sowjetunion und China Nordvietnam unterstützten. Und so entsteht ein Krieg, in dem beide Seiten sehr, sehr viel Kriegsmaterial haben, eben auch vom Ausland andersweitig supportet werden. Und die Bevölkerung letztlich ganz besonders massiv darunter leidet, weil eben so viele Mittel da sind, um diesen Krieg immer weiterzuführen, so viele Waffen da sind und so weiter. Und so werden diese Stellvertreterkriege teilweise zu wirklich krassen Erfahrungen. Man kann auch sagen, dass in diesen Stellvertreterkriegen teilweise dann eben doch natürlich Soldaten des jeweiligen Regimes mitkämpfen. Sei das jetzt zum Beispiel die amerikanische Beteiligung im Vietnamkrieg, was ja letztlich bis heute ein großes Trauma der US-Gesellschaft ist, oder sei das die Teilnahme von russischen Soldaten im Afghanistan-Krieg. Auch das ist letztlich eine Niederlage dieses Versuchs, in einem fremden Staat mit eigenen Soldaten einzugreifen.

Blockbildung

Ein möglicher Begriff um diese Spaltung der Welt und die immer stärkere Stabilisierung dieser Situation.Situation zu beschreiben, dass also diese Blöcke immer fester werden und immer statischer und eben dann mit der Zeit sich so eine feste Grenzenreihe durch die ganze Welt zieht, die eben sich kaum noch bewegen, das nennt man die Blockbildung. Im Kontext des Kalten Krieges meint man damit also, dass sich die Welt in zwei konkurrierende Machtblöcke aufteilt, die dann eben auch relativ statisch so verbleiben. Einerseits der Westen und die USA, die NATO, auf der anderen Seite die Sowjetunion und der Warschauer Pakt. Diese beiden Gruppierungen sind eben nicht nur militärisch, sondern auch ideologisch und wirtschaftlich. Irgendwie gruppiert zusammen und sich ähnlich im Westen marktwirtschaftlich, im Osten zentralverwaltungswirtschaftlich. Und Deutschland ist dann eben ein Symbol für diese Spaltung der Welt, für diese Blöcke, weil eben Deutschland dann als ein Staat mitten in Europa, mitten zwischen den beiden Blöcken, geteilt wird in der Mitte und eben die BRD ganz klar zum westlichen Block hintendiert mit den USA, Frankreich, Großbritannien und so, während die DDR, der ostdeutsche Teil, ganz klar zum Ostblock hin tendiert und eben mit der Sowjetunion, Polen, Ungarn, der Ukraine und so weiter verbündet ist.

Bipolarität

Das Ergebnis dieser Blockbildung beschreibt man dann als Bipolarität. Bipolarität ist griechisch, ja, bi ist natürlich zwei und Polarität ist eben dann sozusagen die Hingezogenheit zu einer Seite. Und Bipolarität der Welt meint dann eben, dass die Staaten auf der Welt alle entweder zur USA,USA und zu den westlichen Alliierten oder zur Sowjetunion und dem Ostblock tendieren. Das stimmt natürlich nicht so ganz, denn diese Bipolarität, die unterschlägt, dass es auf der Welt auch einen ganzen Haufen blockfreie Staaten gibt, die eben nicht zum einen oder zum anderen Lager gehören, aber die großen Staaten der Welt, die militärisch relevant oder mächtig sind, die sind eben dann doch alle in einer gewissen Weise in einen dieser beiden Blöcke direkt integriert. Länder, die nicht eindeutig dazugehören, werden dann manchmal auch zwischen die Fronten gezogen, sei das jetzt im Golf von Mexiko, weil man eben da direkt vor der Haustür der Amerikaner unterwegs ist, oder eben Beispiel Vietnam. Diese Zweiteilung der Welt bestimmt dann fast alle politischen Entscheidungen, denn jede Aktion denkt ja immer irgendwie mit, ob es die andere Supermacht provoziert, ob die da irgendwie ein eigenes Interesse drin hat. Das heißt, Außenpolitik im Kalten Krieg ist immer unter der Prämisse des Kalten Kriegs gedacht. Man kann das gar nicht weglassen im Alltag.

Propaganda

Der letzte Fachbegriff, der im Fachreilers zum Thema Kalter Krieg auftaucht, ist dann die Propaganda. Und jetzt fragt man sich ja erstmal, was die denn mit dem Kalten Krieg zu tun hat. Aber eigentlich macht das natürlich schon Sinn, denn die Idee des Kalten Krieges ist ja zu zeigen, oder dass beide Seiten zeigen wollen, dass ihr jeweiliges System leistungsfähiger ist, sei das gesellschaftlich, sei das wirtschaftlich, sei das militärisch, als das jeweils andere System. Das heißt, man muss nicht nur tatsächlich besser sein als der Gegner, sondern man muss es auch gut verkaufen können. Und da kommt jetzt die Propaganda ins Spiel. Propaganda ist also letztlich ein…Aspekt dieses Schlagabtauschs zwischen Ost und West, wo man versucht, die eigene Ideologie als die bessere, die leistungsfähigere, die erfolgreichere zu verkaufen. Die USA zeigen Fernsehwerbespots mit glücklichen Familien und erfolgende im Space Race, also in diesem Weltraumwettlauf wie die Mondlandung und all das sind natürlich letztlich Propaganda-Erfolge. Und die Sowjets wiederum haben auch ihre eigenen Geschichten, mit denen sie zeigen, wie ihr System das besser macht als der Westen. Zum Beispiel eben diese erste Hündin im Weltraum, die Laika. Heldenhafte Arbeiter, die irgendwie ganz tolle Leistungen vollbringen und sowas. Das ist alles auch eine Form von Propaganda. Beide Seiten benutzen auf der anderen Seite eben diese positiven Bilder über das eigene System. Diffamieren aber natürlich gleichzeitig auch das andere System. Also das heißt, in der Sowjetunion gibt es dann Geschichten über die westlichen Imperialisten und was die für schlimme Sachen machen. Teilweise stimmt es, teilweise stimmt es nicht. Im Westen wiederum laufen dann Filme über die schrecklichen sowjetischen Diktatoren und was die für Verbrechen begehen. Teilweise stimmt es, teilweise stimmt es nicht. Interessant ist, dass die… Propaganda hier nicht nur Politik ist, sondern die taucht in der ganzen Gesellschaft auf, wird in Schulen gezeigt, hat Eingang in Kinofilme oder in die Mode und noch viele weitere Orte. Man denke nur an sowas wie James Bond, der ja in der Zeit entsteht und eigentlich ein Phänomen der Popkultur ist, aber zeigt ganz klar eben auch anti-sowjetische Propaganda, weil natürlich immer dieser James Bond über diese fürchterlichen, manchmal russischen, manchmal irgendwie anders sowjetischen Bösewichte siegt. Und dann…Damit sind wir durch, durch das erste Teilthema dieses zweiten Schwerpunktthemas, eben durch den Kalten Krieg. Es fehlen noch für die nächsten Folgen dann eben die Auswirkungen des Kalten Kriegs auf Kuba, das wird eine kurze Folge, die Entspannungspolitik der 1960er Jahre, der Zusammenbruch des Ostblocks und die deutsche Einheit und der Zusammenbruch der Sowjetunion und dessen Folgen. Diese vier Folgen werden in den nächsten Stunden und Tagen hoffentlich online gehen, sodass ihr sie rechtzeitig vor dem mündlichen, natürlich aber auch vor dem schriftlichen Abitur schon gehört haben könnt. Geschichtsjahr.net ist ein Projekt, das ich in meiner Freizeit mache und deswegen freue ich mich ganz besonders über Bewertungen, Kommentare und Rückmeldungen von euch, wenn ihr diese Folgen hört. Gebt sie gerne an eure Freunde und Bekannten weiter, die eben auch sich aufs Abitur vorbereiten und bleibt mir treu.