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Abitur 2026 - 2.2 - Kuba-Krise

Staffel 3, Folge 07 29.03.2026 00:11:05
Fachbegriffe: PutschMilitärdiktaturRevolution undKuba-Krise

Heute reden wir über das Schwerpunktthema 2 des Abiturs 2026 und dort über die zweite Teilaufgabe zur Kuba-Krise. Wir besprechen die Fachbegriffe

Willkommen bei geschichtslehrer.net. Ich bin Jens und in diesem Podcast bereiten wir uns kurzweilig und fachkundig auf Klassenarbeiten und das Abitur im Fach Geschichte vor. Schön, dass ihr heute dabei seid. In dieser Folge geht es um das Schwerpunktthema 2 für Sabitur 2026 und heute mit Schwerpunkt auf den Kalten Krieg und Kuba. Kuba ist im Kalten Krieg nicht nur eine Insel im Atlantik, sondern es ist auch der Brennpunkt globaler Spannungen im Jahr 1962. Wie haben die USA und die Sowjetunion und ihre ideologische Konfrontation der Kalte Krieg die Insel Kuba verändert? 1962 steht die Welt am Rand eines Atomkriegs, weil die Sowjetunion Raketen auf Kuba stationieren will.

Kuba-Krise

Das ist eigentlich ein ganz logischer Vorgang, denn die USA und die Sowjetunion haben ja dieses Wettrüstenlaufen und bedrohen sich gegenseitig mit jeder Menge Atomraketen. Und da ist es nur naheliegend, dass man die so nah wie möglich an den Gegner ranbekommen will, damit man eben damit drohen kann, diesen Gegner sehr schnell auszuschalten, sollte es zu einer atomaren Konfrontation kommen. Und so denken sich die Führer der Sowjetunion nichts dabei, als sie 1962 Schiffe mit Atomraketen nach Kuba schicken. Und die Amerikaner, die fangen daraufhin an, mit einem Ultimatum zu drohen, eben dass man diese Schiffe umdrehen lassen müsse, sonst gäbe es jetzt eben einen nuklearen Erstschlag der USA. Das Drama beginnt schon ein bisschen früher. Nach der Revolution unter Fidel Castro sucht Kuba Schutz vor den USA, denn da entsteht ja nun ein kommunistischer

Putsch

Regime, das die USA grundsätzlich zunächst mal ablehnen und wo sie auch darüber nachdenken, ob man das nicht vielleicht ändern könnte. Das ist ja was, was die Amerikaner heute auch immer mal wieder sich überlegen. Was machen also die Kubaner unter Fidel Castro? Na klar, sie rufen in der Sowjetunion an und bitten um Hilfe. Die Sowjetunion hilft natürlich auch finanziell und militärisch, aber das macht Kuba nun zu einem Satellitenstaat Moskau aus, also zu einem zumindest abhängigen Staat. Und das ist ein Preis, der den Alltag der Kubaner auch durchaus verändert. Die USA versuchen Kuba unter Druck zu setzen, zum Beispiel mit Embargos und dem Angriff in der Schweinebucht 1961. Aber Kuba bleibt trotzdem erstmal unabhängig. Und das ist ein Konflikt, der bis heute nachhalt. Denn auch heute unter Donald Trump heißt es immer wieder, dass Kuba vielleicht der nächste Staat ist, den sich die USA irgendwie vornehmen wollen, nachdem sie jetzt schon im Iran und in Venezuela zwei Staaten nicht gekippt haben, aber doch sehr massiv da militärisch eingegriffen haben. Nun ja, jedenfalls, dieser Kalte Krieg, der bringt sowohl eine gewisse Isolation für Kuba als auch eine komische Art von Freiheit, weil man in Kuba ja die Möglichkeit hat, den Sozialismus dann doch eben aufzubauen. Zum einen, weil man von der Sowjetunion unterstützt wird, zum anderen, weil die Amerikaner eben so nicht eingreifen können. Ohne westlichen Einfluss baut sich Kuba nun also ein eigenes Gesundheitssystem und ein modernes Bildungssystem auf. Aber die Abhängigkeit von Moskau, die ist natürlich trotzdem ein Problem. Kuba ist natürlich ein Problem. Kuba ist natürlich ein Problem.ist zwar ein autonomer Partner der Sowjetunion, aber die Machtverhältnisse sind doch sehr eindeutig. Die Spuren des Kalten Krieges, die kann man bis heute in der kubanischen Politik, Wirtschaft und im Alltag der Menschen erkennen. Denn bis heute ist Kuba im Wesentlichen ein sozialistisch geprägtes Land. Der erste Begriff, den uns der Bildungsplan für das Thema Kuba vorschlägt, ist der Putsch. Und das ist zunächst mal ein bisschen interessant, weil das mit der Kuba-Krise ja gar nichts zu tun hat. Aber das ist eben Teil der Vorgeschichte dieser Kuba-Krise. Denn 1952, da gibt es einen Putsch auf Kuba, um den geht es hier nämlich. Und da stürzt der ehemalige Präsident Batista den jetzt aber politisch legitimen, den demokratisch gewählten Präsidenten Prio durch einen Militärputsch. Das heißt, Batista verbündet sich mit den Militärs und mit diesen gemeinsam stürzt er diesen demokratisch gewählten Präsidenten und wird dann zu einer Art Diktator. Also er setzt die Verfassung im Wesentlichen außer Kraft und sagt die Wahlen ab und dadurch ist es letztlich so eine klassische südamerikanische

Militärdiktatur

, die da entsteht. Und diese Militärdiktatur, die ist dann eben die Basis, auf der dann die Revolution sich nachher rechtfertigt, denn die Militärdiktatur ist natürlich eine illegitime, eine illegale Regierung und damit hat man dann eine Rechtfertigung für die spätere kubanische

Revolution

. Die Militärdiktatur von Batista.Die verliert relativ schnell an Ansehen und an Anerkennung im Land, wenn sie überhaupt jemals welches hatte, denn auch Batista schafft es nicht, die Politik so hinzubiegen, dass die Bevölkerung mit ihm zufrieden wäre. Und so kommt es zur Entstehung einer Reihe von feindlichen Organisationen, die eben an einer Revolution arbeiten. Und die wichtigste davon ist die Bewegung des 26. Juli von einem gewissen Fidel Castro. Fidel Castro ist ein Rechtsanwalt, der ist relativ jung und eben auch ein Politiker, der sich gegen Batista richtet und auch versucht, sich sozusagen auf dem Rechtsweg gegen Batista zu wehren. Und da wird er vom Gericht aber relativ brüsk zurückgewiesen und so entschließt er sich eben dazu, in den Widerstand zu gehen. Und da ist dieser berühmte Angriff auf die Moncada-Kaserne in Santiago, wo versucht wird, ein Signal zum Aufstand zu geben durch ein Fanal, durch ein unerhörtes Ereignis. Und das geht zwar schief, es gibt einen Haufen Tote und Castro wird aber dadurch sofort weltweit oder zumindest landesweit berühmt, kommt ins Gefängnis und geht dann später ins Ausland und dort lernt er dann Che Guevara kennen. Das ist der Typ, den man immer auf den T-Shirts irgendwelcher Teenager sieht. Che Guevara und Fidel Castro arbeiten dann eben zusammen daran, sozusagen mit einer Guerilla-Truppe Kuba in die Revolution zu stürzen und dann eben diese Militärdiktatur abzulösen und dadurch eine moderne…sozialistische Regierung zu errichten und eben das Land zum Frieden und auch eben wieder zu einer legitimen Herrschaft zu führen, wobei legitim natürlich im sozialistischen Kontext dann immer eine Frage ist, wie man das dann definiert. Zwei Jahre lang ungefähr befinden sich Che Guevara und Fidel Castro im Untergrund und kämpfen als Guerillas, also als so eine Art Widerstand aus dem Untergrund, so ähnlich wie Partisanen gegen die Regierung, verüben immer wieder Anschläge und versuchen so eben die Armee von Batista einzuschüchtern, zurückzuschlagen und eben immer mehr Kontrolle über das Land zu bekommen. Und letztlich gelingt es der Gruppe um Che Guevara und um Fidel Castro, dass man die Regierung stürzen kann. Das ist im Jahr 1958, als die Schlacht von Santa Clara gewonnen wird und dann flieht. Batista, der Diktator, der auf Kuba seit sechs Jahren ungefähr an der Macht ist, aus dem Land in die Dominikanische Republik und damit ist der Sieg der Revolution nicht mehr aufzuhalten. Castro wird dann zum neuen Staatschef, während Che Guevara innerhalb kurzer Zeit sich aus der Politik zurückzieht und dann im Ausland seinen Tod findet, weil er weiterhin versucht, an sozialistischen Revolutionen weiterzuarbeiten, während eben auf Kuba selbst Fidel Castro zum Regierungschef wird und bleibt und dort dann eben auch dann zum ganz zentralen Schlüsselcharakter der Kuba-Krise wird. Die Kuba-Krise gilt heute als derSchlüsselmoment des Kalten Krieges. Und die zeigt, wie sehr kleine Länder wie Kuba, das ja wirklich winzig ist im Vergleich zu den beiden großen Blöcken, in diese Machtspiele zwischen den USA und der Sowjetunion reingezogen werden. Als die Sowjetunion eben nun versucht, auf einer geheimen Aktion Raketen auf Kuba zu stationieren, um eben das Drohpotenzial gegenüber den Amerikanern zu erhöhen, da eskaliert die Lage dann ziemlich schnell. Die USA blockieren den Hafen militärisch und die Welt steht letztlich vor einem Atomkrieg. Kuba selbst ist dabei eigentlich mehr oder weniger machtlos und Fidel Castro hat sogar so ein bisschen die Neigung zu sagen, ja dann gibt es halt jetzt einen Atomkrieg und dann wird der Sozialismus nachher sich halt durchsetzen, auch wenn das bedeutet, dass Kuba dann halt vernichtet wird. Also Fidel Castro ist ein Fan der Erstschlag-Idee, dass man eben aus Seiten der Sowjetunion zuerst nuklear zuschlagen muss, um diesen nuklearen Konflikt zu gewinnen, auch wenn das natürlich bedeutet, dass Kuba wahrscheinlich der erste Staat ist, der dabei drauf geht. Aber das ist aus den Augen von Fidel Castro nicht so wichtig, weil es geht ja um die Weltrevolution und so. Und es geht ja nicht nur um das einzelne Land. Tja, die Krise endet dann aber doch mit einem Deal, weil eben sowohl Khrushchev in der Sowjetunion als auch Kennedy in den USA beide eigentlich pragmatische Politiker sind, die nicht die Welt brennen sehen wollen. Die Sowjetunion zieht dann ihre Raketen aus Kuba zurück oder von Kuba zurück, denn die sind ja noch gar nicht angekommen. Und die USA versprechen, dass man Kuba nicht mehr angreifen wird. Und heimlich ziehen die USA auch ihre Raketen aus der Türkei zurück. Die Türkei ist ja auch NATO-Mitglied und die Amerikaner…Amerikaner haben dort bereits Raketen. Und das Argument des Virtunion, das ja durchaus plausibel ist, das lautet, wenn ihr in der Türkei vor unserer Haustür, in naher Schussweite zu Moskau und St. Petersburg und so, wenn ihr da Nuklearraketen stationiert, dann können wir ja wohl auch auf Kuba Raketen stationieren. Und das sieht auch Kennedy ein. Und deswegen akzeptiert er dann eben auch, dass man aus der Türkei diese sehr nahen, also den befindlichen Raketen abzieht. Das erzählt man nicht so gerne, weil es natürlich auch ein Gesichtsverlust für die Amerikaner ist. Dann würde es ja bedeuten, dass die Sowjets die Kuba-Krise gewonnen haben. Aber trotzdem macht man das, weil man eben das Argument versteht und eben im Sinne der Deeskalation ja nicht riskieren will, dass dann doch noch ein heißer Atomkrieg draus wird. Die USA bleiben aber dabei, dass sie Kuba als einen Stützpunkt der Sowjetunion ansehen und deswegen weiterhin unter wirtschaftliche Embargos stellen, sodass Kuba sich ziemlich isoliert sieht wirtschaftlich und deswegen eben auch wirtschaftlich nicht besonders gut prosperieren kann. Das heißt, Kuba geht es auch weiterhin noch über viele Jahre wirtschaftlich nicht besonders gut. Der Staat wird ein Stück weit runtergewirtschaftet. Und wenn man sich heute die Lage Kubas anschaut, dann ist das eben auch ein Staat, der riesige wirtschaftliche Probleme hat, unter anderem, weil er schon so lange wirtschaftlich isoliert ist. Wir haben heute über die Fachbegriffe Putsch, Militärdiktatur, Revolution und Kuba-Krise gesprochen. Die sind Teil des zweiten Schwerpunktthemas, des zweiten Blocks des zweiten Schwerpunktthemas für das Abi 2026 in Geschichte. Wenn euch die Folge geholfen hat, dann seid ihr jetzt in der Lage, die Folge zu sehen.oder gefallen hat, dann lasst mir gerne ein Abo da oder gebt dem Podcast eine gute Bewertung oder schreibt mir einen Kommentar. Ich lese die alle. Ich danke euch fürs Zuhören und bleibt mir treu.