Materialschlacht und Heimatfront - Der Erste Weltkrieg
In dieser Folge geht es darum, wie der Erste Weltkrieg aussah. Wir besprechen die Fachbegriffe:
- Materialschlacht
- Heimatfront
Auf unsere Reise durch das lange 19. Jahrhundert kommen wir jetzt im Ersten Weltkrieg an und dort insbesondere in dem Kriegsverlauf. Wie läuft dieser Erste Weltkrieg ab? Wie sieht der aus und wo führt er hin? Was bedeutet er für die Menschen? Willkommen bei geschichtslehrer.net. Ich bin Jens und in diesem Podcast bereiten wir uns kurzweilig und fachkundig auf Klassenarbeiten im Fach Geschichte vor. Schön, dass du heute dabei bist. Heute nennen wir den großen Krieg von 1914 bis 1918 den Ersten Weltkrieg. Aber diesen Namen haben die Menschen erst viel später erfunden. Die Zeitgenossen, die wussten ja noch gar nicht, dass 20 Jahre später ein zweiter Weltkrieg folgen würde. Für sie hätte der Name erster Weltkrieg überhaupt keinen Sinn gemacht. Und ein Weltkrieg wurde es auch erst so nach und nach. Zu Beginn war das vor allem ein europäischer Krieg und von denen hatte es schon so einige gegeben, das war ja nichts ganz Neues. Aber mit all den Kolonien, die ebenfalls in die Kriege verwickelt wurden und spätestens mit dem Kriegseintritt der USA 1917 wurde dann doch ein echter Weltkrieg draus. Dieser Erste Weltkrieg war einer der ersten modernen Kriege.
Materialschlacht
Vor allem war er eine gigantische Materialschlacht. Das hatte sich gegenüber früher sehr verändert, denn dank der Industrialisierung, über die wir schon mal gesprochen haben, konnten Feuerwaffen, Sprengstoff, Munition usw. Jetzt am Fließband produziert werden.In Schlachten wie bei Verdun wurden Millionen von Granaten abgefeuert. In diesem Krieg ging es nicht mehr so sehr um Taktik und Strategie, die sind alle gescheitert, sondern es ging vor allem darum, wer mehr Stahl und mehr Menschen in den Fleischwolf werfen konnte. Man nennt das deswegen auch einen Stellungskrieg, weil die Soldaten im Wesentlichen immer in der gleichen Stellung bleiben und man einfach immer nur drüben hinschießt und hofft, dass man irgendwas trifft. Soldaten saßen also monatelang in diesen dreckigen Schützengräben, während um sie rum die moderne Technik alles in Schutt und Asche legte. Panzer, Giftgas und Flugzeuge machten den Krieg zu einer anonymen Tötungsmaschine. Man stand dem Gegner nicht mehr Auge in Auge gegenüber, sondern es kam die Rakete oder die Granate geflogen und dann war man halt weg. Am Ende forderte dieser Krieg schätzungsweise 17 Millionen Tote.Gekämpft wurde aber nicht nur an der Front, zumindest im übertragenen Sinne.
Heimatfront
Es gab auch die sogenannte Heimatfront. Der moderne Krieg, der erwies sich als so umfassend, dass das ganze Land in irgendeiner Weise mitmachen musste. Weil die Männer zum Großteil an der Front waren, bauten nun die Frauen in den Fabriken die Granaten zusammen. Zu Hause gab es kaum noch was zu essen, weil alles an die Soldaten geschickt wurde. In Deutschland hungerten die Menschen im sogenannten Steckrübenwinter. Der heißt so, weil es nichts anderes zu essen gab und die Menschen von morgens bis abends Steckrüben in allen Varianten kochten. Wir nennen sowas einen totalen Krieg. Einen Krieg, der jeden Bereich des Lebens erfasst. Egal ob man Soldat ist oder Köchin oder Journalist oder Arzt oder Schneiderin oder ein Kind, das in der Schule Kriegslieder singen muss, alle werden von diesem Krieg irgendwie berührt. Das war unsere Folge zum Thema Materialschlacht und Heimatfront. Zum Ende des Ersten Weltkriegs kommen wir dann nächstes Mal, wenn es um das Ende des Imperialismus und der großen Imperien geht, um die Weltrevolution, die sich die Kommunisten in Russland erträumen und um die Idee, die Welt für die Demokratie bereit zu machen, die die Amerikaner verfolgen. Und damit endet unser Ritt durch das lange 19. Jahrhundert und wir tauchen langsam in das 20. Jahrhundert ein. Eigentlich gehört da ja schon auch der Erste Weltkrieg dazu, aber man spricht ja immer vom langen 19. Jahrhundert bis zum Anfang des Ersten Weltkriegs.Ich freue mich besonders, wenn ihr mir schreibt oder einen Kommentar da lasst und den Podcast abonniert. Erreicht mich aber auch über die E-Mail jens.geschichtslehrer.net. Ich lese alles. Ich danke euch fürs Zuhören und bleibt mir treu.