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Geschichte Basisfach · Kursstufe · 11.1

Folge 2

Industrialisierung

Warum ausgerechnet England?

Was hat die Welt am stärksten verändert?

  • Rückblick: Doppelrevolution – Wirtschaft und Politik wälzen sich zur selben Zeit um.
  • Heute: die wirtschaftliche Hälfte
  • Jürgen Osterhammel: Die Welt sah 1910 anders aus als 1780. Wichtigste Ursache: die Industrie.

nicht ein König, nicht ein Krieg: die Fabrik

Begriff

Industrialisierung

technische, wirtschaftliche und soziale Veränderungen zusammen

  • technisch: neue Maschinen
  • wirtschaftlich: neue Wege, Waren herzustellen und zu verkaufen
  • sozial: eine Gesellschaft, die danach anders aussieht
  • oft auch: „industrielle Revolution“

Ein Streit um zwei Wörter

„Industrielle Revolution“

schon im 19. Jahrhundert, z. B. Friedrich List

  • betont das Ausmaß des Umbruchs

„Industrialisierung“

moderne Forschung

  • Der Prozess beginnt schon im 17. Jahrhundert.
  • Er verläuft langsamer, als „Revolution“ vermuten lässt.
  • Einig sind sich beide: Innovationsschub ab ca. 1760, zunächst regional

Sechs Merkmale der Industrialisierung

  1. Handarbeit wird maschinelle Fertigung.
  2. Die Produktivität steigt sprunghaft: Massenproduktion.
  3. schnellerer Transport durch Eisenbahn und Dampfschiff
  4. neue Absatzmärkte in fernen Ländern und in Übersee
  5. Arbeitsteilung und Spezialisierung in Fabriken
  6. die Arbeiterschaft als neue gesellschaftliche Schicht

Schrittmacher: die Textilindustrie

  • Schrittmacher: die Branche, die alle anderen mitzieht
  • 1764 Spinning Jenny: mehrere Fäden gleichzeitig spinnen
  • 1769 Dampfmaschine von James Watt
  • Massenproduktion, sinkende Preise

England wird größter Textilexporteur der Welt.

Warum England? Günstige Voraussetzungen

  • Agrarrevolution: neue Anbaumethoden, große Landgüter der Gentry
  • Arbeitskräfte: Bevölkerungswachstum und Landflucht
  • Binnenmarkt: groß und einheitlich geregelt
  • Kohle: umfangreiche Vorkommen
  • Verkehrswege: kurz – Straßen, Kanäle, später die Eisenbahn

Warum England? Welthandel und Politik

  • Mittelpunkt des Welthandels
  • Kontrolle der Seehandelswege
  • günstige Rohstoffe aus den Kolonien
  • riesiger Exportmarkt
  • liberales politisches System: keine Zunftschranken

Institutionen und Wissen

  • Sichere Eigentumsrechte: Seit der Glorious Revolution 1688 ist die Macht des Königs beschnitten.
  • Das schafft Vertrauen in langfristige Investitionen.
  • Patentrecht (17. Jh.): zeitlich begrenztes Alleinnutzungsrecht – Erfinden lohnt sich.
  • Royal Society (1660): Kultur des „nützlichen Wissens“

Die Kehrseite: Baumwolle und Kohle

  • Baumwolle: zunächst mit Sklavenarbeit in Amerika angebaut
  • Billige englische Stoffe verdrängen das Handwerk weltweit, z. B. in Indien.
  • von Beginn an in Ausbeutung eingebettet, verwurzelt im Kolonialismus
  • Kohle: Einstieg in die fossile Energie

Folgen bis zum heutigen Klimawandel

Adam Smith: „The Wealth of Nations“ (1776)

  • erste umfassende Analyse der frühindustriellen Wirtschaftsordnung
  • Jeder verfolgt sein eigenes Interesse – am Ende zum Nutzen aller.
  • Beispiel Bäcker: Er backt gutes Brot, weil er Geld verdienen will.
  • Angebot und Nachfrage pendeln sich von selbst ein.

die „unsichtbare Hand“ des Marktes

Begriff

Wirtschaftsliberalismus

Freiheit der Wirtschaft: freier Markt, möglichst wenig Staat

  • freier Handel, Wettbewerb statt staatlicher Lenkung
  • Laissez-faire: französisch für „machen lassen“
  • Smith schreibt gegen: Ständegesellschaft und Merkantilismus (Zölle, Verbote, Monopole)
  • Bis heute wird er aus diesem Zusammenhang gelöst und für vieles in Anspruch genommen.

Smiths eigene Ambivalenz

  • kein bedingungsloser Verfechter der neuen Industriewelt
  • Warnung: Arbeitsteilung lässt die Menschen geistig abstumpfen.
  • Forderung: staatlich finanzierte Grundschulbildung für alle
  • Das widerspricht dem reinen Laissez-faire.

Wer sich heute auf Smith beruft, lässt das oft weg.

Für die Klausur: drei Dinge

  1. Industrialisierung: technischer, wirtschaftlicher und sozialer Wandel – „Revolution“ ist umstritten.
  2. Pionierland England: Agrarrevolution, Kohle, Binnenmarkt, Welthandel, liberales System
  3. Wirtschaftsliberalismus: freier Markt, wenig Staat (Adam Smith) – mit Schattenseiten

Nächste Folge

Deutschland holt auf: Eisenbahn und Krupp

Der Text ist mit KI-Unterstützung entstanden. Inhalt und Verantwortung: Jens.

Industrialisierung (2/65) – Basisfach Geschichte

Staffel 10, Folge 02 19.10.2026 00:10:56
Fachbegriffe: IndustrialisierungWirtschaftsliberalismus (Adam Smith)

Industrialisierung: Warum ausgerechnet England?

Folge 2 von 65 der Reihe „Basisfach Geschichte in der Kursstufe“ (Halbjahr 11.1, Folge 2). Eine Folge pro Unterrichtsstunde, zur Vorbereitung auf Klausuren und Abitur im Basisfach Geschichte (Kursstufe Baden-Württemberg).

Begriffe: Industrialisierung, Wirtschaftsliberalismus (Adam Smith)

Kapitel:

00:00 Begrüßung

00:33 Revolution oder Industrialisierung?

02:12 Woran man Industrialisierung erkennt

03:45 Warum ausgerechnet England?

05:56 Die Kehrseite: Baumwolle und Kohle

06:49 Adam Smith und die unsichtbare Hand

09:30 Für die Klausur

Der Text ist mit KI-Unterstützung entstanden. Inhalt und Verantwortung: Jens.

Mehr: https://geschichtslehrer.net

#Geschichte #Abitur #Kursstufe